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Kosovo-Konflikt Neue Machtprobe an den Grenzen des Kosovo

Nach erfolglosen Verhandlungen über den Grenzkonflikt im Kosovo droht eine neue Machtprobe in der Krisenregion. Die serbische Minderheit will den Verkehr im Norden für 24 Stunden lahmlegen. Die umstrittenen Grenzübergänge stehen seit Donnerstag unter Kontrolle der KFOR-Schutztruppe.

29.07.2011 09:54
Seit Donnerstag kontrollieren Soldaten der internationalen Kfor Schutztruppe die beiden umstrittenen Grenzübergänge Foto: REUTERS

Die Führer der serbischen Minderheit kündigten am Freitag an, die Blockaden aus Baumstämmen und Kies würden gegen Soldaten der internationalen Schutztruppe KFOR „mit den Körpern verteidigt“. Die KFOR hatte schon am Vortag gefordert, alle Barrieren zu räumen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte sich in New York über die Lage im Kosovo informieren lassen. Die Lage sei dank des KFOR-Einsatzes ruhig aber labil, hieß es nach der Sitzung, zu der der eigens angereiste serbische Außenminister Vuk Jeremic keinen Zutritt bekommen hatte. Noch am Freitag könnte sich das mächtigste UN-Gremium auf Forderung von Serbiens Verbündetem Russland in offener Sitzung erneut mit dem Kosovo beschäftigen. Das wäre am letzten Arbeitstag unter deutschem Vorsitz, der am Sonntag endet.

Am Mittwoch hatte eine Gruppe von etwa 50 teils maskierten Männern den Grenzübergang Jarinje des serbisch besiedelten Kosovo niedergebrannt. Die Blockaden der Kosovo-Serben, die der kosovarischen Polizei den Zugang zur Grenze versperren sollten, blieben auch gestern bestehen. In der Nacht zum Dienstag hatte die kosovarische Spezialpolizei versucht, beide Kontrollpunkte in ihre Gewalt zu bringen. Seither war es immer wieder zu Scharmützeln zwischen demonstrierenden Serben und der Polizeitruppe gekommen. Ein Kosovo-Polizist war am Dienstag aus den Reihen der Demonstranten erschossen worden. (mit dpa)

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