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Korruption Tausende Slowaken demonstrieren für vorgezogene Wahl

Nach dem Mord an einem Enthüllungsjournalisten gehen in der Slowakei erneut Tausende Menschen auf die Straße und fordern eine vorgezogene Parlamentswahl. Unter dem Druck der Proteste traten schon mehrere Amtsträger zurück.

27.04.2018 23:19
Bratislava
Protest gegen den Journalistenmord in Bratislava (Archiv). Foto: rtr

Zwei Monate nach dem Mord an einem Enthüllungsjournalisten in der Slowakei haben erneut Tausende Menschen in Bratislava gegen die Regierung protestiert. In Sprechchören und auf Transparenten forderten sie am Freitagabend ein Vorziehen der erst in zwei Jahren geplanten Parlamentswahl.

Der bereits erfolgte Austausch mehrerer Regierungsmitglieder sei zu wenig, um das Vertrauen der Bevölkerung in die staatlichen Institutionen wieder herzustellen, erklärten die parteiunabhängigen Organisatoren. Nach ihren Angaben hätten bereits 80.000 Menschen eine Petition für Neuwahlen unterschrieben, für die auch auf der Demonstration geworben wurde.

Der Doppelmord an dem Investigativ-Journalisten Jan Kuciak und seiner Verlobten am 21. Februar ist bisher nicht aufgeklärt. Die beiden 27-Jährigen waren nach Polizeiangaben im Stil einer Hinrichtung erschossen worden. Der ermordete Kuciak hatte Kontakte von Regierungsmitarbeitern zur italienischen Mafia und anderen zwielichtigen Geschäftsleuten untersucht.

Unter dem Druck der seit Anfang März Woche für Woche wiederholten Proteste traten bisher schon mehrere Regierungsmitglieder und Amtsträger aus Polizei und Justiz zurück, darunter der sozialdemokratische Langzeit-Regierungschef Robert Fico, Innenminister Robert Kalinak und dessen kurzzeitiger Nachfolger sowie mehrere andere Minister und der Polizeipräsident. (dpa)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Slowakei

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