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Korruption in der Ukraine Ermittlungen gegen Timoschenko laufen wieder

Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko soll 2003 versucht haben, hochrangige Richter zu bestechen. Nun hat die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren wieder eröffnet.

12.05.2010 15:05
Julia Timoschenko ist Oppostionsführerin in der Ukraine. Foto: dpa

Kiew. In der Ukraine hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen die frühere Ministerpräsidentin Julia Timoschenko wegen Korruption wieder eröffnet. Die heutige Oppositionsführerin sei am Morgen von der Staatsanwaltschaft über die Wiederaufnahme des mehrere Jahre zurückliegenden Falls informiert worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP in Kiew.

Timoschenko soll im Jahr 2003 versucht haben, Richter des Obersten Gerichtshofs der Ukraine zu bestechen. Ihr wird vorgeworfen, der Justiz rund 125.000 Dollar (knapp 99.000 Euro) angeboten zu haben, um die Freilassung von Angehörigen und früheren Mitarbeitern aus dem Gefängnis zu erzwingen. Im Mai 2004 waren bereits Ermittlungen gegen sie eingeleitet worden, die jedoch wieder eingestellt wurden. Nach Angaben des Sprechers waren die Untersuchungen damals nicht umfassend abgeschlossen worden.

Timoschenko machte am Mittwoch den amtierenden Präsidenten Viktor Janukowitsch, dem sie bei den Präsidentschaftswahlen unterlag, für die Wiederaufnahme des Verfahrens verantwortlich. "Jeder in der Staatsanwaltschaft sagt, dass Janukowitsch persönlich angeordnet hat, irgendeinen Vorwand zu finden, um mich ins Gefängnis zu bringen", erklärte sie nach ihrer Vorladung bei der Staatsanwaltschaft.

Timoschenko hatte die Präsidentschaftswahlen gegen Janukowitsch im Februar verloren und musste wenig später in Folge eines Misstrauensvotums als Ministerpräsidentin zurücktreten. Seitdem führt sie in der Ukraine die Opposition gegen Janukowitsch an. (afp)

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