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Korea Südkorea nimmt Propaganda-Beschallung wieder auf

Nach den Nordkoreanischen Atomtests nimmt Südkorea die Propaganda-Beschallung Nordens wieder auf. Lautsprecher an der Grenze beschallen den Norden mit lauter Musik und Propaganda-Botschaften.

07.01.2016 11:15
Ein Propaganda-Schriftzug in Nordkorea: Südkorea kontert wieder mit Musikbeschallung. Foto: REUTERS

Nach dem neuen Atomtest Nordkoreas nimmt Südkorea die Propaganda-Beschallung des Nachbarlandes wieder auf. Der Atomtest sei ein "mutwilliger Verstoß" gegen Nordkoreas internationale Verpflichtungen und eine "schwere Verletzung" eines Abkommens mit dem Süden von Ende August, sagte ein Sprecher des Präsidentenpalastes in Seoul am Donnerstag. Die südkoreanische Regierung habe daher entschieden, die Lautsprecher an der Grenze, die den Norden mit lauter Musik und Propaganda-Botschaften beschallen, am Freitag wieder einzuschalten.

Nordkorea hatte am Mittwoch verkündet, erfolgreich eine Wasserstoffbombe getestet zu haben und damit international für Empörung gesorgt. Atomexperten und die US-Regierung äußerten allerdings Zweifel, ob es sich tatsächlich um eine Wasserstoffbombe handelte. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Atomversuch als "klare Bedrohung für Frieden und Sicherheit" in der Welt und kündigte an, das Vorgehen gegen Nordkorea zu verschärfen. US-Präsident Barack Obama vereinbarte mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye, dass Nordkorea mit den "stärksten und umfassendsten Sanktionen" bestraft werden müsse.

Südkorea hatte die Propaganda-Beschallung zuletzt nach einem Grenzzwischenfall im vergangenen Jahr für zwei Wochen eingeschaltet. Der Konflikt mit Nordkorea hatte sich im August zugespitzt, nachdem bei der Explosion einer Landmine in der Grenzregion zwei südkoreanische Soldaten verletzt worden waren.

Seoul machte Pjöngjang für den Vorfall verantwortlich und verlangte eine Entschuldigung. Nordkorea wiederum verlangte eine Abschaltung der Lautsprecher, die Seoul nach mehr als zehnjähriger Pause als Vergeltung wieder eingeschaltet hatte. In Marathonverhandlungen wendeten beide Seiten Ende August schließlich eine militärische Konfrontation ab.

Südkorea kündigte am Donnerstag außerdem an, den Zugang zum gemeinsam mit Nordkorea betriebenen Industriekomplex Kaesong einzuschränken. Aus Sicherheitsgründen dürften nur noch Südkoreaner mit direkten Geschäftsinteressen in Kaesong in das innerhalb Nordkoreas gelegene Industriegebiet reisen, sagte ein Vertreter des Wiedervereinigungsministerium in Seoul. In Kaesong arbeiten etwa 53.000 Nordkoreaner für rund 120 südkoreanische Firmen. Der Komplex ist für Nordkorea eine wichtige Devisenquelle. (afp)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Südkorea
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