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Kommentar Kunduz Afghanistan Gescheitert am Hindukusch

Die Bundeswehr mag an diesem Sonntag endgültig aus Kunduz abgezogen sein. Doch der Name des Feldlagers wird sich aus der Geschichte der Bundeswehr nicht mehr tilgen lassen. Die internationale Gemeinschaft hat sich übernommen in Afghanistan.

Thomas de Maizière und Guido Westerwelle in Kundus. Foto: afp

Die Bundeswehr mag an diesem Sonntag endgültig aus Kundus abgezogen sein. Doch der Name des Feldlagers im afghanischen Norden wird sich aus der Geschichte der Bundeswehr nicht mehr tilgen lassen. Das Camp markiert einen tiefen Einschnitt für die Truppe.

Erstmals nach Ende des Zweiten Weltkriegs zogen dort deutsche Soldaten ins Gefecht. Erstmals gab es deutsche Tote, die als Gefallene bezeichnet werden (müssen). Und erstmals sorgte ein fataler Befehl eines deutschen Obersts für eine ungeheure Zahl an toten Zivilisten.

Mit der Übergabe des Feldlagers an die Afghanen ist der Rückzug der Deutschen vom Hindukusch jetzt in die letzte, die heiße Phase getreten. Nahezu alle Außenposten sind aufgegeben, die Bundeswehr unterhält nur mehr den riesigen Stützpunkt am Flughafen von Masar-i-Sharif und eine kleine Vertretung in Kabul.

Von den einst hoffnungsfroh-vollmundigen Zukunftsszenarien für Afghanistan ist dieser Tage wenig zu hören. Westliche Diplomaten blicken eher pessimistisch in die afghanische Zukunft. Es wäre schon viel gewonnen, wenn das bisschen Stabilität, das gegenwärtig (noch) herrscht, erhalten bliebe. Die internationale Gemeinschaft, das wird immer klarer, hat sich übernommen in Afghanistan. Nun wollen alle nur noch eines: raus.

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