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Kolumbien FARC-Chef getötet

Kolumbianische Militärs haben den Führer der linksgerichteten Guerilla "Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC)" bei einem Bombenangriff getötet. Nun fordert Kolumbiens Präsident die Rebellen auf, ihre Kämpfer zu entwaffnen.

05.11.2011 09:44
Der Führer der linksgerichteten kolumbianischen Guerilla FARC, genannt «Alfonso Cano», ist von Militärs getötet worden. Archivfoto: Colombian Defense Ministry

Kolumbiens Präsident hat den Tod des Chefs der Guerillagruppe FARC, Alfonso Cano, offiziell bestätigt. In einer Erklärung sprach Staatschef Juan Manuel Santos am Samstag vom „härtesten Schlag“ gegen die linksgerichteten Rebellen in ihrer Geschichte. Santos forderte die Guerillagruppe auf, ihre Kämpfer zu entwaffnen. Die Regierung werde nicht locker lassen, bis die Kolumbianer in Frieden leben könnten.

Guillermo León Sáenz Vargas alias Alfonso Cano sei im Südwesten des Landes bei einem Armeeeinsatz gegen die linksgerichtete FARC-Guerilla von kolumbianischen Soldaten getötet worden, sagte der Gouverneur des Verwaltungsbezirks Cauca, Alberto Gonzalez Mosquera, am Freitagabend dem Radiosender Caracol. Cano hatte das Kommando der Rebellentruppe im Jahr 2008 übernommen.

Mit Canos Tötung habe die kolumbianische Armee „eines ihrer wichtigsten militärischen Ziele erreicht“, sagte der Gouverneur. Ein Vertreter des Militärgeheimdienstes, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er könne den Tod des Rebellenchefs bestätigen. „Wir wissen noch nicht über alle Einzelheiten Bescheid, aber sein Tod ist eine Tatsache.“

Cano hatte das Kommando der FARC 2008 übernommen, nachdem ihr langjähriger Chef, FARC-Gründer Manuel Marulanda, im Alter von 80 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben war. Bis dahin war er der Chefideologe der Rebellen gewesen.

Wenige Wochen vor Marulandas Tod war bereits sein Stellvertreter Raúl Reyes bei einem Angriff des kolumbianischen Militärs auf ein FARC-Lager im Nachbarland Ecuador getötet worden. Aus Protest hatte Ecuador damals die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abgebrochen. Mit der Tötung von FARC-Militärchef Jorge Briceño Suarez alias „Mono Jojoy“ war der kolumbianischen Armee im September 2010 ein weiterer Schlag gegen die zuletzt geschwächte FARC gelungen.

Die FARC wurde 1964 gegründet und gilt als bedeutendste Rebellenorganisation Kolumbiens. Ihr gehören nach Angaben aus Bogotá noch rund 8000 Kämpfer an, die vor allem in den Gegenden an den Grenzen zu Venezuela und Ecuador aktiv sind. Immer wieder bringt die FARC auch Menschen in ihre Gewalt. Die prominenteste FARC-Geisel war die Politikerin Ingrid Betancourt. Die Franko-Kolumbianerin war 2002 entführt und Mitte 2008 nach sechseinhalb Jahren freigelassen worden. (afp)

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