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Köln Kauf von Rizinussamen fiel auf

Ermittler finden eine Rizin-haltige Substanz in einer Wohnung in Köln. Gegen den Wohnungsinhaber wird Haftbefehl erlassen. Er steht im Verdacht, „vorsätzlich biologische Waffen hergestellt zu haben“.

14.06.2018 09:08
Verdacht auf giftige Stoffe in Kölner Wohnung
Spezialkräfte mit Atemschutzmasken stehen vor dem Haus, in dem giftige Stoffe entdeckt wurden. Foto: dpa

Ein inhaftierte Tunesier, in dessen Kölner Wohnung hochgiftige Rizin-Substanzen gefunden wurden, ist laut Bundesanwaltschaft „dringend verdächtig, vorsätzlich biologische Waffen hergestellt zu haben“. Wie die Justizbehörde am Donnerstag in Karlsruhe weiter mitteilte, gibt es jedoch keine Anhaltspunkte für eine „konkretisierte Anschlagplanung“ oder eine Mitgliedschaft des Beschuldigten in einer terroristischen Vereinigung.  

Die Sicherheitsbehörden waren auf den Tunesier und das hochgiftige Rizin in seiner Wohnung laut Medienberichten wegen auffälliger Interneteinkäufe gestoßen. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung soll der 29-Jährige auch Zutaten für einen Sprengsatz bestellt haben. 

Der Tipp an die deutschen Sicherheitsbehörden sei vom US-Geheimdienst CIA gekommen, der den Interneteinkauf von Rizinussamen bemerkt habe, berichtete die „Bild“ am Donnerstag. Als der 29-Jährige auch noch Chemikalien gekauft habe, die zur Gewinnung des Giftes notwendig seien, sei am Dienstagabend der Zugriff in der Kölner Wohnung des Mannes erfolgt. 

Verdacht einer staatsgefährdenden Gewalttat 

Der Bundesgerichtshof hatte am Mittwochabend Haftbefehl gegen den 29-Jährigen erlassen. Es bestehe der dringende Verdacht des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, sagte ein Sprecher des Generalbundesanwaltes. Bei dem gefundenen Gift handele es sich um eine Rizin-haltige Substanz. Die Behörde ermittele außerdem weiter auch wegen des Anfangsverdachts einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Hier bestehe aber kein dringender Tatverdacht, hieß es.

„Er war den Sicherheitsbehörden bisher nicht aufgefallen. Sie hatten ihn nicht auf dem Radar“, sagte auch ARD-Terrorismus-Experte Michael Götschenberg am Donnerstag im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Das habe sich geändert, als er online versucht habe, in großer Menge Rizinussamen zu bestellen. „Und das hat das Bundesamt für Verfassungsschutz auf ihn aufmerksam gemacht“, schilderte er.

Das angesehene Robert Koch-Institut (RKI) stuft das leicht erhältliche Rizin aus dem Samen des Wunderbaums als „potenziellen biologischen Kampfstoff“ ein. Handel und Umgang mit der Reinsubstanz seien nach dem Chemiewaffen-Übereinkommen von 1997 beschränkt. Schon in geringer Konzentration kann Rizin tödlich sein. Sollte das Gift gespritzt werden, wirkt es nach RKI-Angaben binnen 36 bis 48 Stunden tödlich. (dpa)

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