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Klimakonferenz in Doha Klimagipfel geht in die Verlängerung

Weil sich weiterhin kein Kompromiss in strittigen Fragen abzeichnet, geht die Klimakonferenz in Doha in die Verlängerung. Möglicherweise stehe das Ergebnis erst am Sonntagmorgen fest, vermutet ein Vertreter Russlands.

Teilnehmer der UN-Klimakonferenz. Foto: dapd

Wegen vieler ungeklärter Fragen verlängert sich die UN-Klimakonferenz in Doha auf unbestimmte Zeit. Beobachter rechneten nicht vor Samstag mit einem Ende - eigentlich sollte der Gipfel am Freitagabend beendet sein.

Auf dem UN-Klimagipfel wurde am Freitagabend weiter über einen Kompromiss zur Verlängerung des Kyoto-Protokolls verhandelt, das Ende 2012 ausläuft. Es ging auch um einen Fahrplan für ein neues globales Klima-Abkommen. Der Freitag war der letzte offizielle Konferenztag.

Am Freitagmorgen hatten hatten Arbeitsgruppen des Gipfels Kompromisspapiere unter anderem zur Kyoto-Frage und zum umstrittenen Thema der Klimaschutz-Finanzierung in Entwicklungsländern vorgelegt. Diese trafen im Plenum des Gipfels zum Teil auf heftige Kritik. Entwicklungsländer lehnten am Mittag die Zusagen für neue CO2-Ziele der Industrieländer als zu schwach ab. „Das bedeutet ein unakzeptables Risiko für unsere Länder“, sagte ein Vertreter der Gruppe der kleinen Inselstaaten (Aosis), die durch den Meeresspiegelanstieg bedroht sind.

Geberländer halten sich zurück

Auch die Zurückhaltung der reichen Länder bezüglich neuer Hilfsgelder für Klimaanpassung und die Umstellung auf klimafreundliche Energien sorgte für Ärger. Die Mittel sollen von bislang zehn Milliarden US-Dollar bis 2020 auf 100 Milliarden jährlich ansteigen. Es zeichnete sich ab, dass die Entscheidung, wie das erreicht werden soll, auf den nächsten Klimagipfel vertagt wird. Er findet 2013 in Polen statt.
Mehrere europäische Staaten und die EU-Kommission sagten für das Jahr 2013 zwar sieben Milliarden Euro (neun Milliarden Dollar) zu, offen blieb aber die Anschlussfinanzierung. Andere Geberländer hielten sich jedoch ganz zurück. Die Entwicklungsländer hatten 20 Milliarden an Klima-Hilfsgeldern pro Jahr bis 2015 gefordert.

Die Chancen, dass die zweite Kyoto-Phase 2013-2020 kommt, bei der als wichtige Player nur noch die EU und Australien mitmachen, stiegen am Freitag. Die EU blieb jedoch bei ihrem CO2-Reduktionsziel von nur 20 Prozent bis 2020. Die von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) befürwortete Anhebung auf 30 Prozent hatte keine Chance. Altmaier sagte, er hoffe, die EU werde das Ziel „bereits in den nächsten Monaten“ erhöhen. (mit dpa)

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