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Kernkraft Sieben deutsche AKW gehen vorerst vom Netz

Alle sieben bis Ende 1980 in Betrieb genommenen deutschen Atomkraftwerke werden vorübergehend vom Netz genommen. Dies kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag an. Endgültig abgeschaltet wird der Atommeiler Neckarwestheim 1.

15.03.2011 11:59
Umstrittener Altmeiler: Biblis A in Hessen. Foto: REUTERS

Alle sieben bis Ende 1980 in Betrieb genommenen deutschen Atomkraftwerke werden vorübergehend vom Netz genommen. Dies kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag an. Endgültig abgeschaltet wird der Atommeiler Neckarwestheim 1.

Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hat sich mit den Ländern darauf verständigt, dass die sieben vor 1980 gebauten Kernkraftwerke vorübergehend abgeschaltet werden. Dies betreffe die drei Monate, in denen die Laufzeitverlängerung ausgesetzt wird, sagte Merkel am Dienstag in Berlin nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder mit Atomkraftwerken.

Zudem bleibt das 1983 ans Netz gegangene und nach Pannen abgeschaltete AKW Krümmel in Schleswig-Holstein vom Netz getrennt. Damit werden in Deutschland in den nächsten drei Monaten nur noch neun Atomkraftwerke Strom liefern.

Der Atommeiler Neckarwestheim 1 wird nach Angaben des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) endgültig abgeschaltet. „Das Atomkraftwerk Neckerwestheim 1 wird dauerhaft abgeschaltet und stillgelegt“, sagte Mappus am Dienstag im Stuttgarter Landtag. Dies habe im der Chef des Betreiberkonzerns EnBW, Hans-Peter Villis, am Vormittag mitgeteilt.

Ähnliche Bemühungen unternimmt Hessen. Biblis A soll ebenfalls vorzeitig komplett vom Netz genommen werden. Das erklärte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Er führe darüber mit dem Betreiber RWE intensive Gespräche, sagte Bouffier. Hintergrund seien Sicherheitsüberprüfungen.

Die vorübergehende Abschaltung betrifft die AKW Philippsburg I (Baden-Württemberg), Biblis A und B (Hessen), Isar I (München), Unterweser (Niedersachsen) und das ohnehin stillstehende AKW Brunsbüttel (Schleswig-Holstein). Die deutschen Atommeiler lieferten zuletzt rund 23 Prozent des Stroms.

Als Reaktion auf die Katastrophe in Japan sollen alle Meiler in Deutschland überprüft werden. Bis zum 15. Juni sollen alle Sicherheitsfragen beantwortet werden, teilte die Kanzlerin mit.

An dem Treffen nahmen auch die Bundesminister für Umwelt und Wirtschaft, Norbert Röttgen (CDU) und Rainer Brüderle (FDP), teil. Röttgen sagte, das geltende Atomgesetz decke die vorübergehende Abschaltung der Meiler ab. Brüderle betonte, es gebe auch ohne die sieben Anlagen eine hinreichende Versorgungssicherheit in Deutschland.

Wie lange die AKW insgesamt abgeschaltet bleiben, blieb offen. Röttgen hatte am Montag gesagt, er gehe davon aus, dass ein während des Moratoriums abgeschalteter Atommeiler gar nicht wieder ans Netz gehe.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) sprach am Dienstag von einem „emotionalen Ausnahmezustand“ für die Bürger angesichts der Bilder von der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima. Bund und Länder gehen davon aus, dass sie rechtliche Handhabe für ihre Maßnahmen haben. (rtr/dpa/dapd)

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