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Kanzlerin Merkel Keine CDU ohne Merkel

Klaus-Peter Schöppner führt das Meinungsforschungsinstituts Mentefactum. Im Interview mit der Frankfurter Rundschau spricht er über die CDU und eine weitere Kanzlerkandidatur von Angela Merkel.

An Angela Merkel kommt in der CDU keiner vorbei. Foto: rtr

Herr Schöppner, noch einmal Angela Merkel als CDU-Kanzlerkandidatin – ist es nicht irgendwann genug?
Die CDU wäre schlecht beraten, wenn sie nicht auf Angela Merkel setzen würde. Das Wahlverhalten hat sich in den letzten Jahren geändert: Kompetenz und Inhalte spielen eine deutlich geringere Rolle, weil sich die Parteien angenähert haben. Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind in den Vordergrund gerückt. Politiker müssen in den Augen der Wähler nicht alles richtig machen, aber sie müssen authentisch wirken. Dafür steht Angela Merkel, im Übrigen zusammen mit Wolfgang Schäuble.

Klingt, als könne es gar keine CDU ohne Merkel geben.
Die Zeiten sind schnelllebig. In fünf, sechs Jahren kann alles ganz anders sein. Aber es wird wohl nie eine Stimmung wie bei Helmut Kohl geben, wo es zum Schluss hieß: „Kohl muss weg“.

Die Umfragewerte der Union sind prächtig. So ein Vorsprung wäre eigentlich doch ein guter Zeitpunkt, um die Pferde zu wechseln, oder?
Aber man hat ja das neue Pferd nicht. Es bedürfte dafür eines jüngeren Politikers mit hoher Glaubwürdigkeit, einer Merkel-Fortsetzung sozusagen. Der ist bislang nicht erkennbar.

Ist es klug, dass Merkel so ein Geheimnis daraus macht, ob sie nochmal kandidiert oder nicht?
Geheimnis klingt so negativ. Es ist richtig, das nicht zu thematisieren. Innerparteiliche Debatten vermitteln den Eindruck, als sei eine Partei nur mit sich selbst beschäftigt. Die Bürger wollen aber, dass die Politiker sich um politische Probleme kümmern.

Könnte Merkel ankündigen, dass sie nach der Wahl noch zwei Jahre Kanzlerin bleibt und dann den Job übergibt?
Von Politikern wird zu viel verlangt. Man kann doch gar nicht sagen, was dann in zwei Jahren ist, ob so eine genaue Fristsetzung also funktioniert oder zu sehr einengt. Sie könnte das Ende der Amtszeit offen lassen. Das würde nichts schaden.

CSU-Chef Horst Seehofer will als Wahlziel für die Bundestagswahl eine absolute Mehrheit der Union vorgeben. Ist das zu empfehlen?
Das ist nicht sinnvoll, weil es zu sehr nach parteipolitischem Kalkül klingt. Außerdem mögen die Deutschen keine Alleinregierungen.

In der SPD dagegen wird schon darüber geredet, ob man gegen eine so starke Merkel überhaupt nochmal einen eigenen Kandidaten ins Rennen schickt.
Kneifen ist kontraproduktiv. Es gibt ja noch 50 Prozent der Bürger, die nicht für Angela Merkel oder die CDU sind. Da sollte sich die SPD nicht klein machen.

Das Gespräch führte Daniela Vates.

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