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Kampf gegen Mafia Mexikanische Armee nimmt "El Grande" fest

Der mexikanischen Regierung ist ein möglicherweise entscheidender Schlag gegen das Beltrán-Leyva-Kartell gelungen, eine von sieben großen Mafiaorganisationen im Land.

Sergio Enrique Villareal Barragan, alias 'El Grande', wird von mexikanischen Soldaten abgeführt. Foto: dpa

Einheiten der Marine nahmen am Sonntag in der Millionenstadt Puebla, östlich von Mexiko City, die Nummer Zwei des Kartells, Sergio Villareal, fest. Auf den Drogenboss, genannt „El Grande“, war ein Kopfgeld von zwei Millionen Dollar ausgesetzt. Er ließ sich ohne Widerstand festnehmen. Erst vor zwei Wochen hatten die Sicherheitskräfte Edgar Valdéz Villareal alias „La Barbie" festgenommen. Valdéz war Boss einer rivalisierenden Fraktion des gleichen Kartells, die den jetzt geschnappten Villareal blutig bekämpfte.

„El Grande“ stand seit einem Jahr auf der Liste der meistgesuchten Drogen-Kapos Mexikos. Er begann seine Karriere wie so viele mexikanische Mafiosi bei der Polizei und war in den neunziger Jahren Ermittler im nordmexikanischen Bundesstaat Coahuila. Später schloss er sich der Bundespolizei an. Aus diesem Job heraus wurde Villareal einer der blutrünstigsten Killer des Beltrán-Leyva-Kartells, das bis zu seinem Tod Mitte Dezember von Arturo Beltrán Leyva geführt wurde. Der oberste Boss des Kartells starb seinerzeit bei einer stundenlangen Schießerei mit Sicherheitskräften in der Stadt Cuernavaca.

Seit Calderón vor knapp vier Jahren gegen die Kartelle in die Offensive ging, sind den Sicherheitskräften einige große Drogenbosse ins Netz gegangen. Besonders gegen die „Beltrán-Leyva-Organisation“ gelangen entscheidende Schläge. Der einzige Boss der Gruppe in Freiheit ist Héctor Beltrán Leyva. Die Beltrán-Leyva-Organisation hatte sich 2008 vom mächtigen Sinaloa-Kartell abgespalten. Ihre Hauptaktionsgebiete sind vor allem das Zentrum Mexikos und die zentrale Pazifikküste.

Experten für Organisierte Kriminalität wollen nicht ausschließen, dass die Regierung bewusst gegen die Beltrán-Leyva-Organisation vorgeht, um einen der härtesten Gegner der Sinaloa Bande im Krieg der Kartelle zu schwächen und so das Morden schneller zu beenden.

Denn seit Calderón wenige Tage nach seinem Amtsantritt im Dezember 2006 dem Organisierten Verbrechen den Krieg erklärte, hat er 50.000 Soldaten und Bundespolizisten in den Kampf gegen die Kartelle geschickt. Das Ergebnis sind 30.000 Tote und ein Land, das in manchen Teilen unter der Kontrolle der Mafia-Organisationen steht. Das einseitige Setzen auf militärische Härte hat nicht den erhofften Erfolg gebracht.

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