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Kampagne Gut gemacht, FDP!

Die Liberalen laden ein, Motive für den Wahlkampf vorzuschlagen. Die Idee wird im Netz begeistert aufgenommen und zahlreiche Vorschläge eingebracht. Gegen einige wehrt man sich nun juristisch.

Der FDP-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl, Rainer Brüderle, heizte die Massen beim außerordentlichen Bundesparteitag der FDP in Nürnberg an. Foto: dpa

Die Liberalen laden ein, Motive für den Wahlkampf vorzuschlagen. Die Idee wird im Netz begeistert aufgenommen und zahlreiche Vorschläge eingebracht. Gegen einige wehrt man sich nun juristisch.

Im Wahlkampf kommt es auf aktive Unterstützer an. Die FDP hat daher ihre Bundesgeschäftsstelle nicht nur in ein „MitMach-Zentrum“ verwandelt, im Internet können alle Bürger die neueste Kampagne sogar selbst mitgestalten. Mittels eines Postkarten-Generators können sie dort unter dem Motto „ Gut gemacht, FDP!“ ihre individuelle Freude an der FDP-Politik zum Ausdruck bringen – und das Mitgestalten der Motive erfreut sich im Internet enormer Beliebtheit.

Die Plakate, die es nicht auf die offizielle FDP-Website schaffen, werden im Blog gutgemachtfdp.tumblr.com gesammelt. Der hat nichts mit der FDP zu tun. Dort steht dann etwa neben einem grinsenden Entwicklungsminister Dirk Niebel der Slogan: „Das Entwicklungsministerium ist ja doch zu was gut: Es liefert umsonst Teppiche! Gut gemacht, FDP!“ Andere Motive zeigen Generalsekretär Patrick Döring ( „Transparenz bei Nebeneinkünften verhindert. Gut gemacht, FDP!“) oder FDP-Chef Philipp Rösler („Mehrwertsteuer für Hoteliers gesenkt – damit Reiche noch mehr bekommen. Gut gemacht, FDP!“).

Auch die Grünen ließen sich von der FDP-Kampagne anstecken und posteten zum Herrentag ein Motiv, das Rainer Brüderle zeigt, der bekanntlich einer Stern-Reporterin im Hinblick auf ihren Brustumfang mitgeteilt haben soll, dass sie auch ein Dirndl ausfüllen könne. Neben den zwei Daumen in die Höhe reckenden Brüderle schrieben die Grünen daher auf das vermeintlichen FDP-Plakat: „Sexismus ist eine Geisteshaltung. Da wird in Dirndln gedacht. Oder überhaupt nicht.“

Das hätte wohl niemand bemerkt, wenn die FDP nicht sofort schwere Geschütze aufgefahren hätte: Der für die FDP arbeitende Fotograf des Brüderle-Bildes mahnte die Grünen wegen einer angeblichen Urheberrechtsverletzung ab. Dann forderte der FDP-Bundesgeschäftsführer Jörg Paschedag seine Grünen-Kollegin Steffi Lemke auf, das Plakatmotiv unverzüglich von Facebook zu entfernen. Selbst juristische Schritte behalte man sich ausdrücklich vor. Schließlich, so erklärte ein FDP-Sprecher das Vorgehen gegenüber dieser Zeitung, hätte man das Zitat durchaus für authentisch halten können.

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