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Kämpfe in der Ukraine „Es ist doch besser, wenn es knallt“

Nationalisten aus allen Teilen Europas beteiligen sich auf beiden Seiten an den Kämpfen im Osten der Ukraine. Auch vom Balkan zieht es Freiwillige in den Donbass. Dort treffen alte Kriegsgegner aus den neunziger Jahren wieder aufeinander.

Rektruten des Bataillons Asow legen in Kiew den Eid ab. Foto: AFP

Dreitausend Tote in sechs Monaten. „Das ist doch nichts“, findet Gaston Besson. Er wisse, dass das zynisch klinge, sagt der 47-Jährige. Aber im Vergleich mit anderen Konflikten, speziell mit Bürgerkriegen, sei die Zahl der Toten in der Ostukraine bislang überschaubar. „Die Leute dort hassen einander eigentlich nicht wirklich“, erklärt er und nippt an seinem Brandy.

Es ist ein sonniger Oktobernachmittag im kroatischen Hafenstädtchen Pula, Bessons Wahlheimat. Zwischen ihm und den Toten in der Ostukraine liegen 2500 Kilometer. In der ukrainischen Schwarzmeer-Metropole Mariupol hoffen die Menschen, dass der brüchige Waffenstillstand zwischen Kiewer Regierung und prorussischen Separatisten einigermaßen hält. In Pula flanieren derweil die letzten Touristen der Saison durch die Fußgängerzone, und Gaston Besson genießt im schattigen Innenhof seines Stammcafés seinen Drink. Doch ginge es nach ihm, würde er lieber heute als morgen Pula wieder gegen Mariupol eintauschen. Besson will zurück zu seinen „Jungs“, die östlich von Mariupol die Stellung halten. Zurück zum Bataillon Asow.

Die Truppe, zu der Besson möglichst bald zurückkehren möchte, hat sich in den vergangenen Monaten einen einschlägigen Ruf erarbeitet. Das Bataillons-Emblem zieren eine Wolfsangel und eine schwarze Sonne – alte indogermanische Symbole, die in Europas rechtsextremen Kreisen sehr beliebt sind. Auch die von vielen internationalen Medien verbreiteten Äußerungen von Asow-Freiwilligen haben das Bild eines „Nazi-Bataillons“ verfestigt, das aufseiten der Kiewer Regierung kämpft. Aus dem Bataillon ist ein Regiment geworden. 850 Kämpfer zählt Asow inzwischen, darunter mindestens 85 Ausländer. Gaston Besson, der in Kroatien lebende Franzose, gehörte zu den ersten. Er hat das Bataillon mit aufgebaut, die ersten Freiwilligen trainiert. „Das ist das Schöne an der Revolution“, sagt er, „alles, was man beginnt, beginnt man von Grund auf.“

500 Kilometer südöstlich von Pula, in der serbischen Hauptstadt Belgrad, denkt auch Zoran Andrejic an seine „Jungs“. Allerdings muss er sich keine Sorgen mehr um sie machen. „Unsere Mitglieder sind zurück in der Heimat. Die Truppenabteilung wurde bereits aufgelöst. Wir haben keine Toten zu beklagen, Gott sei’s gedankt!“

Über Belgrad lastet an diesem Tag eine drückende Schwüle, ohne dass sich die Sonne blicken lassen würde. Die Menschen hoffen, dass aus dem betongrauen Himmel nicht doch noch ein heftiges Gewitter hervorbricht. Belgrad erwartet hohen Besuch. Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich angesagt.

Auch das „?indra“, eine dunkle, zugige Kneipe am Busbahnhof, steht ganz im Zeichen des Staatsbesuchs. Im Fernsehen läuft die Liveübertragung vom Belgrader Flughafen, wo Putin jeden Moment einschweben soll. „Die Liebe zu Russland“, sagt Andrejic, „ist etwas, das wohl jeder Serbe im Herzen trägt.“

Bei den serbischen Tschetniks geht „die Liebe zu Russland“ so weit, dass sie sich entschlossen haben, aufseiten der prorussischen Separatisten im Donbass zu kämpfen. Als im März 2013 die Krim kurz vor dem offiziellen Anschluss an Russland stand, präsentierten sich ein Dutzend Anhänger der nationalistischen Bewegung bereitwillig vor den Kameras des Nachrichtensenders „Al Jazeera“ Balkans. Zusammen mit Donkosaken, von denen sie auf die Krim eingeladen worden waren, regelten sie den Verkehr auf der Halbinsel, inspizierten Busse, überprüften Papiere. Langbärtige Männer in Militäruniformen, die das Gesetz selbst in die Hand genommen haben. Über ihren Köpfen wehte die Fahne der Tschetnik-Bewegung: Ein schwarzes Banner mit Totenkopfemblem.

„Wir sehen uns heute in erster Linie als humanitäre Organisation“, erklärt Zoran Andrejic. Der Mitdreißiger mit den kurzen braunen Haaren und dem leicht hageren Gesicht ist im Hauptberuf Wasserinstallateur. Daneben ist er die Nummer Zwei der Tschetnik-Bewegung in Serbien. Die Nummer Eins, Kommandant Bratislav Zivkovic, weilt noch in Moskau. Und der Rest der Freiwilligen, die im Donbass gekämpft haben, scheut die Öffentlichkeit, seit die serbische Regierung angekündigt hat, die Beteiligung an Kämpfen im Ausland unter Strafe zu stellen. „Was unsere Regierung damit bezweckt, verstehen wir nicht ganz“, sagt Andrejic. Er selbst war nicht in der Ukraine.

Der Krieg im Donbass ist zu einem Anziehungspunkt für Freiwillige jedweder politischer Couleur geworden. Teile der europäischen Linken etwa werten den Aufstand in der Ostukraine als antifaschistischen Abwehrkampf. Für Aufsehen sorgten unter anderem zwei spanische Kommunisten, die sich den „Einheiten der selbstproklamierten Volksrepublik Donezk“ angeschlossen haben, um so ihren Dank für die Unterstützung durch die Sowjetunion im spanischen Bürgerkrieg auszudrücken.

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Die extreme Rechte in Europa ist indes gespalten. Ein Teil bewundert den autoritären, anti-westlichen Kurs Putins, der andere die Erfolge rechtsextremer Gruppen wie des Rechten Sektors. So finden sich Ultra-Nationalisten auf beiden Seiten der Frontlinie. Und manchmal treffen auch alte Gegner aus anderen Kriegen wieder aufeinander.

Als er Ende 2013 erstmals die Bilder vom Maidan sah, wusste Gaston Besson sofort, dass er irgendwie nach Kiew muss. Er lieh sich Geld und fand sich just in jenem Moment auf dem Maidan wieder, als die Kämpfe zwischen Polizei und Demonstranten eskalierten. Es gab Dutzende Tote. „Die Revolution lag in der Luft“, sagt Besson, als gäbe es nur die eine oder die immer gleiche „Revolution“. Er beschloss, sein Wissen in den Dienst dieser Revolution zu stellen. „Schließlich bin ich selbst ein Revolutionär. In all meinen Kriegen habe ich gegen den Staat und die Polizei gekämpft.“

Mit den Berichten über das Bataillon Asow hat auch Bessons Bekanntheit zugenommen. Im Internet kursieren groteske Gerüchte, etwa dass er von Frankreich aus Menschenjagden in der Ostukraine organisieren würde. Kroatische Medien hingegen haben ihn schon als „den Krieger des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Dabei wäre Bessons Lebenslauf auch ohne solche Ausschmückungen drehbuchreif.

Als Sohn eines französischen Ingenieurs im Auslandsdienst kommt Besson in Mexiko zur Welt, bereist mit seinen Eltern zahlreiche Länder und sieht Frankreich zum ersten Mal, als er zehn Jahre alt ist. Mit 17 bricht er die Schule ab, um sich als Goldgräber in Kolumbien zu versuchen. Nach einem Jahr kehrt ohne den erhofften Reichtum zurück. „Da blieb nur noch die Wahl zwischen Fabrik und Armee.“ Besson entscheidet sich für Letzteres.

Er meldet sich zu den Fallschirmjägern, wird Teil eines Spezialkommandos, ausgebildet in Guerilla- und Anti-Guerilla-Taktiken. Er kämpft an der Seite der Karen-Rebellen in Myanmar, mit den Hmong in Laos, mit anderen Rebellen in Kambodscha und im südamerikanischen Surinam.

Als 1991 in Kroatien der Unabhängigkeitskrieg beginnt, ist Besson 24 Jahre alt und in Sachen Krieg erfahren. Er hat die Armee verlassen, dem Krieg aber will er treu bleiben – als Fotojournalist. Im Herbst kommt er in die Region Ostslawonien, wo die heftigsten Kämpfe zwischen Kroaten und Serben toben. „Die kroatischen Jungs sind gestorben wir die Fliegen“, erinnert er sich. Besson legt die Kamera beiseite und schließt sich als Freiwilliger der HOS an, einer kroatischen Miliz, die der rechtsextremen Partei HSP nahesteht. Ähnlich wie das Bataillon Asow, das als bewaffneter Arm der offen rechtsextremen Splitterpartei Sozial-Nationale Asamblea (SNA) gilt.

Aus dieser Zeit gibt es ein in Kroatien sehr bekanntes Bild von Gaston Besson. Es stammt aus der Stadt Vukovar, die von serbischen Truppen erst 80 Tage belagert, dem Erdboden gleich gemacht und schließlich erobert wurde. Es zeigt den jungen Gaston Besson im Tarnanzug, wie er ein weinendes Mädchen aus der zerstörten Stadt trägt. Das Mädchen von damals ist heute seine Frau.

Aus Besson ist heute ein Mann mit schneeweißen Haaren geworden. Ein Zug von Jugendlichkeit umspielt noch das allmählich alternde Gesicht mit den bernsteinfarbenen Augen und dem stets leicht spöttischen verzogenen Mund. Seine Frau erwartet ihr zweites gemeinsames Kind. Deshalb ist Besson auf Heimaturlaub. Außerdem macht ihm das Knie, das er sich im Kroatienkrieg verletzt hat, wieder zu schaffen. „Wenn ich heute auf die Ukraine blicke“, sagt er, „wirft mich das direkt zurück ins Jahr 1991“

Einige Parallelen zwischen den Konflikten sind nicht von der Hand zu weisen. So wie in Kroatien die serbische Minderheit den Anschluss an das Mutterland forderte, wollen die Separatisten in der Ostukraine Teil Russlands werden. In beiden Konflikten griff das Militär des größeren Landes aufseiten der Separatisten in den Konflikt ein. In beiden Konflikten erlebte der Nationalismus auf beiden Seiten eine ungeahnte Renaissance.

Besson aber geht noch weiter. Für ihn ist Wladimir Putin nichts anderes als ein Wiedergänger Slobodan Milosevics – alles wie damals, nur größer. Entsprechend bezeichnet er seine heutigen Gegner mit Vorliebe als „Super-Tschetniks“.

Aus dem zerstörten Vukovar gibt es noch ein anderes in Kroatien sehr bekanntes Bild. Eine Videoaufnahme, die kurz nach der Kapitulation der Stadt entstand. Ein Dutzend langbärtiger Männer in Kampfmontur ziehen durch ruinengesäumte Straßen. Über ihnen weht die Totenkopf-Fahne der Tschetniks. Sie singen im Chor. Im Text fordern sie Präsident Milosevic auf, ihnen Salat zu schicken. „Es wird Fleisch geben, es wird Fleisch geben“, grölen sie, „wir werden Kroaten schlachten.“

Man sollte solche Parallelen nicht überinterpretieren, sagt Zoran Andrejic. In Neurussland würden keinesfalls die Balkankriege fortgesetzt. „So etwas entspricht wohl eher einer gewissen Journalisten-Logik.“ Die Tschetnik-Bewegung habe gar nicht die Absicht gehabt, sich an den Kämpfen in der Ukraine zu beteiligen. Man habe nur helfen wollen.

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Folgt man Andrejics Version, sind die Tschetniks in den Krieg hineingeschlittert. Im Juli, die Krim war formell der russischen Föderation beigetreten, habe sich die Versorgungslage im von ukrainischen Truppen belagerten Luhansk zusehends verschlechtert. Die Bewegung habe daraufhin in Serbien und Russland Spenden gesammelt. Am Ende kamen drei Laster mit Hilfsgütern zusammen. Die Volksrepubliken zeigten sich dankbar, sahen sich aber nicht in der Lage, dem kleinen Konvoi eine Eskorte beiseite zustellen. Also übernahmen es die Tschetniks selbst. Bewaffnet wurden sie aus den Beständen der Separatisten.

In der Nähe des Flughafens von Luhansk seien sie dann zunächst unter Artillerie-Beschuss geraten und schließlich auch von Infanterie angegriffen worden. „Es gab Gerüchte, dass das Bataillon Asow daran beteiligt war, aber wir wissen es nicht“, sagt Andrejic. Die Tschetniks erwiderten das Feuer. Das Ergebnis waren drei Verletzte, davon einer schwer. Es ist der Gründungsmythos der Abteilung „Jovan Sevic“, wie sich die Tschetnik-Freiwilligen fortan nannten. „Und es ist ein Stück weit unsere Tragödie in dieser ganzen Sache.“

Die Bilder, die die Tschetniks in den Folgemonaten über soziale Netzwerke verbreiteten, wirken derweil weniger tragisch als kriegerisch. Kommandant Bratislav Zivkovic und seine Männer zeigen sich gern mit Waffen und in Siegerpose. Erfolgsmeldungen über den Abschuss ukrainischer Panzer werden verbreitet. Die Abteilung „Jovan Sevic“ wächst auf 45 Mann an. Erst das Eingreifen der serbischen Regierung setzt dem Engagement der Tschetniks in der Ukraine ein Ende.

Fragt man Zoran Andrejic, was serbische Nationalisten eigentlich genau in der Ukraine zu suchen haben, erhält man eine ausufernde historische Erklärung: Über die Urheimat der Serben im Donbass, über serbische Auswanderung in das auch als Slaveno-Serbien bekannte Gebiet um Luhansk, über die alte Verbundenheit zwischen Russland und Serbien. Ausführungen, an deren Ende es nur natürlich erscheint, das „Mutter Serbien“, ihren bedrohten Kindern im Donbass zur Hilfe eilt.

Nicht zuletzt gelte der Kampf der Tschetniks auch dem Faschismus. Man sehe sich da ganz in der Tradition Draza Mihailovics, des Anführers der Tschetnik-Bewegung im Zweiten Weltkrieg, der den Widerstand gegen die Deutschen organisiert habe. Dass Mihailovic nach dem Zweiten Weltkrieg im sozialistischen Jugoslawien als Verräter hingerichtet wurde, weil seine Truppen doch lieber mit den Nazis gegen Titos Partisanen kollaborierten, als die Besatzer zu bekämpfen, erwähnt er nicht. „Natürlich sind die Faschisten in Kiew nur ein Flügel“, gibt Andrejic zu bedenken, „es gibt da ja auch eine starke jüdische Lobby.“

„Bitte“, sagt Gaston Besson, „schreiben sie nicht Neo-Nazis!“ Natürlich würden seine Jungs für eine christliche, weiße Ukraine kämpfen. Ja, sogar für ein weißes Europa. Seine „Jungs“ wünschten sich eben nicht, dass es irgendwann in der Ukraine aussehe wie in Frankreich, Deutschland oder Italien, mit all den nicht-europäischen Migranten. Das aber mache doch noch keine Nazis aus ihnen. „Es geht uns eigentlich um eine soziale Revolution“, sagt Besson. Um eine Ukraine ohne Oligarchen. Eine Ukraine, die weder zu Nato und EU, noch zu Russland gehöre. „Das Beste aus Nationalismus und Sozialismus, das wollen wir.“ Um das zu erreichen, müsse die Revolution, die auf dem Maidan begonnen habe, abgeschlossen werden.

Dort, auf dem Maidan, war Besson erstmals mit dem Rechten Sektor in Kontakt gekommen. Mit Vergnügen zeigte er den rechtsextremen Straßenkämpfern, wie man sich gegen die Polizei zur Wehr setzen kann. Tricks, die er im Jahr 2001 schon französischen Anarchisten beigebracht hatte, als diese sich auf die G8-Proteste in Genua vorbereiteten.

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Kurz nachdem Präsident Janukowitsch abgesetzt worden war und im Osten die ersten Kämpfe aufflammten, sei ein anderer Revolutionstourist, ein Schwede, auf ihn zugekommen, berichtet Besson. Er hätte da Kontakte zu dieser Partei, SNA. Dort plane man eine Freiwilligeneinheit aufzubauen. Der Parteivorsitzende der SNA, Andrij Bilezki, ist zugleich Kommandant des Asow-Bataillons. Vor einigen Monaten verkündete Bilezki in einem Aufsatz seine Sicht auf den Krieg im Donbass. Die „historische Mission“ der ukrainischen Nation, heißt es da, sei es, die weißen Rassen in einen „Kreuzzug für das eigene Überleben“ zu führen. Einen Kreuzzug „gegen die von Semiten geführten Untermenschen“.

„Das ist die Polit-Abteilung“, winkt Gaston Besson ab, „ich gehört zur Abteilung Militär.“ Er nimmt noch einen Schluck Brandy. „Schreiben Sie Rechtsextremisten! Das ist in Ordnung.“

Ob es eine Zukunft für Neurussland innerhalb eines ukrainischen Staates geben kann? Zoran Andrejic verzieht das Gesicht. „Das wäre ein künstliches Gebilde. So wie Bosnien-Herzegowina, das wird nicht funktionieren.“ Ein Staat, in dem verfeindete Ethnien dazu gezwungen wären, miteinander zu leben und sich am Ende doch nur blockieren. Nein, das Beste sei es, wenn sich Russen und Ukrainer trennten. Das Schlimmste ein lang anhaltender, schwelender Konflikt. Als Serbe wisse er, wovon er da spreche. „Dann ist es doch besser, wenn es knallt. Wenn es Krieg geben soll, gibt es eben Krieg. Wer obsiegt, kann etwas Neues aufbauen.“

„Das ist ja das Problem mit denen“, sagt Gaston Besson, „die machen das Ganze zu einem ethnischen Konflikt. Dabei ist es ein politischer.“ Ginge es nach ihm und seinen Jungs, würden sie den Donbass gleich morgen verlassen und wieder nach Kiew ziehen. „Um die Revolution zu beenden.“

Doch die Kämpfe haben auch ihre Vorteile für das Bataillon und somit auch für die SNA. Solange gekämpft wird, behält das Asow-Bataillon nicht nur seine Waffen, es kann sich dank korrupter Militärs sogar aus Beständen der regulären ukrainischen Armee versorgen. „Wir haben bestimmt drei- oder viermal mehr Waffen und Munition als Kiew glaubt“, gibt Besson offen zu, „jeden Tag werden wir stärker.“

Spricht man Zoran Andrejic auf Gaston Besson an, zuckt er nur die Schultern. „Jeder hat das Recht, für seine Interessen zu kämpfen.“ Sie werden sich wohl nie an der Front gegenüberstehen – zusammen an einem Tisch sitzen aber wohl auch nicht. Wenn doch, könnten beide, der Tschetnik und der rechtsradikale Revolutionär, ihre Ansichten austauschen, ohne laut zu werden. In einem Punkt wären sie sich sogar einig. Beide glauben zu wissen, wer den Krieg auf jeden Fall verlieren wird: Kiew.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Ukraine

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