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Journalisten in Haft „Patenschaften gegen das Vergessen“

Zahlreiche Journalistinnen und Journalisten sitzen im Gefängnis. Für Einige übernimmt die FR die Patenschaft.

Türkei
Ahmet Altan wir die Unterstützung der Gülen-Bewegung vorgeworfen. Foto: afp

Die Frankfurter Rundschau unterstützt die Aktion „Patenschaften gegen das Vergessen“ des Deutschen Journalistenverbands (DJV) und der Deutschen Journalistenunion (DJU). Dabei übernehmen deutsche Journalisten eine Briefpatenschaft für inhaftierte türkische Kolleginnen und Kollegen.

Sie sollen so von der Solidarität im Ausland erfahren. Gleichzeitig wird ihr Schicksal öffentlich gemacht. Auf diese Weise sollen die Haftbedingungen der Journalisten verbessert werden, so die Hoffnung. Für folgende Kolleginnen und Kollegen übernimmt die FR-Redaktion die Patenschaft:

Ahmet Sik, festgenommen am 29. Dezember 2016, ist ein bekannter Investigativjournalist, der gelegentlich für die Zeitung „Cumhuriyet“ geschrieben hat. Ihm wird Propaganda für eine terroristische Organisation und Verunglimpfung der Republik Türkei vorgeworfen.

Inan Kizilkaya, verhaftet am 22. August 2016, war Chefredakteur der prokurdischen Zeitung „Özgür Gündem“. Diese wurde im August 2016 geschlossen. Er wird der Propaganda für eine terroristische Organisation bezichtigt.

Hanim Büsra Erdal, verhaftet am 30. Juli 2016, war Reporterin und Kolumnistin für die inzwischen geschlossene Zeitung „Zaman“. Sie wurde gemeinsam mit Dutzenden Kollegen und Kolleginnen inhaftiert, denen die Nähe zur Gülen-Bewegung vorgeworfen wird.

Musa Kart, verhaftet am 5.November 2016, war Karikaturist bei der oppositionellen Tageszeitung „Cumhuriyet“ und wurde zusammen mit neun weiteren Mitarbeitern des Blattes am 31. Oktober 2016 festgenommen.

Asli Ceren Aslan, verhaftet am 21. Februar 2017, war Chefredakteurin der Wochenzeitung „Özgür Gelecek“. Sie wurde bei Recherchen in der Grenzregion zu Syrien festgenommen. Der Vorwurf unter anderem: Grenzverletzung.

Serkan Aydemir, verhaftet 13. Februar 2016, war Reporter bei „Bitlis Aktüel“, Zeitung in der anatolischen Region Bitlis.

Serife Oruç, verhaftet am 5. Juli 2016, war Korrespondentin bei der prokurdischen Nachrichtenagentur DIHA, die per Dekret im Oktober 2016 geschlossen wurde.

Özgür Amed, verhaftet am 23. Februar 2015, war Autor der prokurdischen Zeitung „Özgür Gündem“. Er wurde wegen Verbrechen im Namen der PKK zu drei Jahren und einem Monat Haft verurteilt.

Ismail Avci, verhaftet am 1. August 2016, arbeitete als Journalist für die Gülen-nahe Zeitung „Zaman“.

Hatice Duman, festgenommen am 13. April 2003, war Besitzerin und Redaktionsleiterin der Zeitung „Atilim“. Sie wurde zu lebenslanger Haft verurteilt aufgrund ihrer Rolle in der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP).

Seyithan Akyüz, festgenommen am 7. Dezember 2009, war Reporter der kurdischen Zeitung „Azadiya Welat“. Am 16. Oktober 2012 wurde er nach mehreren Verfahren zu 21 Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Ihm wurde u. a. vorgeworfen, die verbotene kurdische Organisation KCK unterstützt zu haben.

Gurbet Çakar war Chefredakteurin der kurdischen Frauenzeitschrift „Hevi“. Zum genauen Zeitpunkt ihrer Festnahme gibt es widersprüchliche Angaben, sie sitzt jedoch seit mindestens fünf Jahren in Haft. Der Vorwurf: Propaganda für die verbotene Terrororganisation PKK.

Kamuran Sunbat, verhaftet am 11. September 2011, war Reporter für die inzwischen geschlossene Nachrichtenagentur DIHA. Er wurde wegen Unterstützung von Terrororganisationen zu elf Jahren und elf Monaten Haft verurteilt.

Ahmet Altan, festgenommen am 23. September 2016, ist ein bekannter Autor und arbeitete jahrelang als Kolumnist für Zeitungen wie „Hürriyet“ und „Milliyet“. Ihm wird die Unterstützung der Gülen-Bewegung vorgeworfen.

Abdulkadir Turay, war Reporter für die Nachrichtenagentur DIHA, bevor er am 3. Mai 2016 verhaftet wurde.

Ferhat Ciftci, verhaftet im Februar 2012, arbeitete als Reporter der kurdischen Tageszeitung „Azadiya Welat“, die im August 2016 verboten wurde. Er wurde zu 22 Jahren und acht Monaten Haft verurteilt wegen Unterstützung einer Terrororganisation.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Journalisten in Haft

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