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Journalisten in der Türkei Solidarität mit den Eingekerkerten

Es gibt keine Freiheit ohne Pressefreiheit. Zahlreiche Journalistinnen und Journalisten hat das Erdogan-Regime eingesperrt.

Frankfurter Rundschau
Bascha Mika und Arnd Festerling bilden die Chefredaktion der Frankfurter Rundschau. Foto: Andreas Arnold

Hanim Büsra Erdal, Reporterin bei Zaman. Verhaftet am 30. Juli 2016.

Özgür Amed, Redakteur bei Özgür Gündem. Verhaftet am 23. Februar 2015.

Asli Ceren Aslan, Chefredakteurin von Özgür Gelecek. Verhaftet am 21. Februar 2017.

Musa Kart, Karikaturist bei Cumhuriyet. Verhaftet am 5.November 2016.

Serife Oruç, Korrespondentin bei DIHA. Verhaftet am 5. Juli 2016.

Serkan Aydemir, Reporter bei Bitlis Aktüel. Verhaftet 13. Februar 2016.

Hatice Duman, Redaktionsleiterin bei Atilim. Verhaftet am 17. April 2003.

Ismail Avci, Redakteur bei Zaman. Verhaftet am 1. August 2016.

Seyithan Akyüs, Reporterin bei Azadiya Welat. Verhaftet am 10. Dezember 2009.

Deniz Yücel, Korrespondent der Welt. Verhaftet am 27. Februar 2017.

Zehn von mindestens 160 Kolleginnen und Kollegen, die in der Türkei weggesperrt sind. Zehn von 160, die das Erdogan-Regime mundtot machen will. Zehn von 160, die dasselbe Verbrechen begangen haben: Journalismus.

Sie alle haben gewusst: Es gibt keine Freiheit ohne Pressefreiheit. Dafür sind sie eingetreten. Die Konsequenzen, die sie jetzt dafür erleiden, sind bitter. Wer nicht willfährig über das türkische Regime berichtet, landet hinter Gittern.

Journalistinnen und Journalisten sollen eigentlich keine Helden sein. Sie sollen ihren Job machen. In Wort und Bild über die Welt erzählen, sie beschreiben und analysieren, sie erklären und kommentieren. Journalisten sind Dienstleister der Öffentlichkeit, Servicekräfte für die Demokratie.

Das klingt nach Arbeit, nicht nach Heldentaten. Doch überall dort, wo autoritäre Regime mit aller Härte gegen demokratische Bestrebungen vorgehen, wo sie Angst verbreiten und auf Selbstzensur setzen, brauchen Journalisten mehr als ihr Handwerkszeug. Unerschrocken müssen sie sein, Mut und Widerstandsgeist zeigen.

Die vielen Kolleginnen und Kollegen, die teils seit Jahren in türkischen Gefängnissen sitzen, haben diesen Mut bewiesen. Und eigentlich nur das getan, was ihnen von der türkischen Verfassung zugesichert wird. „Die Presse ist frei, eine Zensur findet nicht statt“, heißt es da. Und so wiederholt es der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit gebetsmühlenartigem Zynismus.

Tatsächlich aber ist Journalismus in der Türkei inzwischen ein Verbrechen. Eine freie Presse existiert kaum mehr, Medienhäuser und Verlage wurden reihenweise gleichgeschaltet oder geschlossen. „Mit Dieben geht man besser um als mit uns“, schreibt der Autor Tunca Ögreten aus der Haft. Diebe werden in der Türkei nicht gefoltert – Journalisten dagegen schon.

Um die Inhaftierten zu unterstützen, um ihnen Mut zu machen und ihnen zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind, haben deutsche Journalistenverbände dazu aufgerufen, Patenschaften für einzelne Betroffene zu übernehmen.

Die Frankfurter Rundschau beteiligt sich an dieser Aktion. Journalistinnen und Journalisten der FR schreiben ihren türkischen Kolleginnen und Kollegen Briefe ins Gefängnis. Zusammen mit einem Porträt des Empfängers veröffentlichen wir die Briefe in den nächsten Wochen in loser Folge. Als Zeichen für die Pressefreiheit.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Journalisten in Haft

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