Lade Inhalte...

Italien Innenminister Salvini will „Zählung“ von Sinti und Roma

Der Chef der fremdenfeindlichen Lega will Sinti und Roma in eine Art „Personenregister“ aufzählen. Er löst damit Empörung aus, denn die Idee erinnert an Praktiken aus der NS-Zeit.

18.06.2018 20:30
Salvini
Italiens Innenminister Matteo Salvini von der der fremdenfeindlichen Lega plant eine „Zählung“ von in Italien lebenden Sinti und Roma. Foto: dpa

Der italienische Innenminister Matteo Salvini will die in Italien lebenden Sinti und Roma zählen lassen. Um ein Bild der Situation zu bekommen, müsse man „wieder das tun, was früher Zählung genannt wurde“, sagte der Chef der fremdenfeindlichen Lega laut italienischen Nachrichtenagenturen.

Eine solche „Zählung“ könnte auch „Personenregister“ oder „Momentaufnahme“ genannt werden. Salvinis Aussage löste Empörung aus. „La Repubblica“ schrieb von „Schock“, woraufhin Salvini twitterte: „Jemand spricht von "Schock". Warum??? Ich denke auch an die armen Kinder, denen Diebstahl und Illegalität beigebracht wird.“

Die Idee der Volkszählung einer Minderheit erinnert viele Menschen an NS-Verfolgungen. Während des Nationalsozialismus in Deutschland fielen neben den Juden auch Sinti und Roma dem Holocaust zum Opfer.

„Der Innenminister scheint nicht zu wissen, dass in Italien eine Zählung auf Basis einer Ethnie nicht erlaubt ist“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa Carlo Stasolla, Präsident der Vereinigung Associazione 21 Luglio, die sich für die Rechte der Sinti und Roma einsetzt. (dpa)

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen