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Israel Hungernder Häftling ist dem Tode nah

Seit zwei Monaten ist der Palästinenser Khader Adnan im Hungerstreik. Nun hat sich sein Zustand dramatisch verschlechtert - und seine Anhänger drohen mit Vergeltung. Israel steht vor einer neuen Eskalation der Gewalt.

Khader Adnan, 33, wurde Mitte Dezember von Israel in Präventivhaft genommen. Seither hungert er. Foto: AFP

Der Zustand eines jungen Palästinensers in israelischer Vorbeugehaft, der sich seit mehr als zwei Monaten im Hungerstreik befindet, hat sich offenbar dramatisch verschlechtert. Nach Informationen der israelischen Sektion der Ärzte für Menschenrechte schwebt Khader Adnan, 33, in Lebensgefahr. Eine Delegation, die Adnen in einem Hospital in Safed besuchte, fand ihn demnach in miserablem Zustand vor: Gefesselt ans Krankenbett sowie von zwei Wärtern bewacht.

Besorgt äußerte sich auch Catherine Ashton, die EU-Außenpolitikbeauftragte, zu dem Fall Adnan: Er ist ein Aktivist der pro-iranischen Splittergruppe Islamischer Dschihad aus dem Dorf Arabeh im Westjordanland, der als Bäcker und Gemüsehändler arbeitete. Ashton appellierte am Wochenende an Israel, alles zu tun, um die Gesundheit des Gefangenen zu erhalten. Ebenso bekräftigte sie europäische Bedenken, dass Israel ausgiebig Gebrauch von der sogenannten Administrativhaft ohne konkreten Tatvorwurf mache.

"Wir sind alle Khader Adnan"

In Gaza und dem Westjordanland zogen tausende Palästinenser mit dem Ruf „Wir sind alle Khader Adnan“ auf die Straßen. Aus Solidarität kündigten palästinensische Inhaftierte in israelischen Gefängnissen an, sukzessive in den Hungerstreik zu treten. Der Dschihad drohte mit einer Eskalation, sollte Adnan sterben.

Khader Adnan war am 17. Dezember 2011 daheim festgenommen und nach eigenen Aussagen misshandelt und gedemütigt worden. Am gleichen Tag begann er seinen Hungerstreik, um sich gegen diese Behandlung zu wehren. Es handelte sich um seine siebte Inhaftnahme seit 1999. Diesmal begründete die Armee seine Verhaftung mit dem allgemeinen Vorwurf von „Aktivitäten, die die regionale Sicherheit bedrohen“. Die gegen ihn von einem Militärgericht verhängte, viermonatige Vorbeugehaft endet am 17. April.

Das Oberste Gericht hat für diese Woche eine Anhörung einer Petition Adnans zugesagt. An diesem Montag verweigert er seit 65?Tagen jede Nahrung. Länger hat kein Gefangener jemals in Israel einen Hungerstreik durchgehalten. In Israel ist man sich im Klaren, dass Adnans Tod eine Gewaltwelle auslösen könnte. Zugleich will der Sicherheitsapparat nicht nachgeben, um Nachahmer abzuschrecken. In Israel sitzen derzeit rund 400 Palästinenser ohne Anklage in Präventivhaft.

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