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Israel Entführte israelische Schüler sind tot

Die seit mehr als zwei Wochen im Westjordanland vermissten israelischen Jugendlichen sind nördlich von Hebron tot aufgefunden worden. Premier Benjamin Netanjahu ruft das Sicherheitskabinett zu einer Sondersitzung ein, erwartet werden Beschlüsse über weitere Maßnahmen gegen die Hamas.

Foto der vermissten Jugendlichen. Offenbar sind sie tot. Foto: REUTERS

Nach 18-tägiger Großfahndung haben israelische Suchtrupps die Leichen der drei entführten israelischen Teenager im Westjordanland nördlich von Hebron entdeckt. Dies gab die Armee am Montagabend bekannt, nachdem die Eltern der Opfer informiert worden waren. Das gesamte Areal wurde zum militärischen Sperrgebiet erklärt, Hebron selbst komplett abgeriegelt. Premier Benjamin Netanjahu rief das Sicherheitskabinett zu einer Sondersitzung für 21.30 Uhr Ortszeit ein. Erwartet wurden Beschlüsse über weitere Maßnahmen gegen die Hamas. Aus ihren Reihen stammen die beiden Hauptverdächtigen, zwei Aktivisten aus Hebron, die am Tag der Entführung untergetaucht waren. Nach ihnen wird weiter gefahndet.

Eine Eliteeinheit der Armee war auf die offenbar nur notdürftig vergrabenen Leichen auf einem Feld nahe Halhul, einem Vorort bei Hebron, bereits am späten Montagnachmittag gestoßen. Ersten Erkenntnissen zufolge müssen die drei Talmud-Studenten – Gilad Schaer, Naftali Frenkel, je 16 Jahre alt sowie der 19-jährige Ejal Jifrah – bereits kurz nach ihrer Entführung umgebracht worden sein. Sie waren zuletzt am Abend des 12. Juni an der Kreuzung Alon Schvut nahe des Siedlungsblocks Gusch Etzion gesehen worden, von wo aus sie per Anhalter nach Hause fahren wollten. Einer von ihnen hatte wenige Minuten später per Handy noch einen polizeilichen Notruf absetzen können, indem er angab, „wir sind gekidnappt worden“. Infolge einer Polizeipanne – die diensttuenden Beamten hatten den Anruf zunächst als bösen Scherz abgetan – war diese Information erst sechs Stunden später weiter geleitet worden.

Bis zuletzt hielt sich die Hoffnung

Da weder glaubwürdige Bekennerschreiben noch Forderungen eingingen, hatten sich bereits seit Tagen schlimmste Vermutungen verdichtet. Dennoch hielt sich bis zuletzt die Hoffnung, die drei Vermissten lebend zu finden. Noch am Sonntag hatten sich zehntausende Israelis in Tel Aviv zu einer Solidaritätskundgebung unter dem Motto „bringt unsere Jungs heim“ versammelt. Die Nachricht von ihrem Tod wurde in Israel mit Entsetzen aufgenommen. „Die ganze Nation beugt sich in unsäglicher Trauer“, sagte Staatspräsident Schimon Peres. Aber man werde die Täter für das abscheuliche Verbrechen zur Rechenschaft ziehen, so dass „dieser mörderische Terror sein Haupt nicht wieder erhebt“. Netanjahu kondolierte den Eltern der Opfer am Telefon. Psychologen und Rabbiner nahmen sich ihrer Betreuung an.

Auch Wirtschaftsminister Naftali Bennett von der ultranationalen Siedlerpartei Jüdisches Heim betonte, „unser Herz fühlt jetzt mit den Familien“, schickte aber hinterher: „Nun ist es an der Zeit für Aktionen.“ Auch sein Parteifreund, Wohnungsbauminister Uri Ariel, forderte „ein gnadenloses Vorgehen gegen die Terroristen“, das von einer „passenden zionistischen Antwort“ ergänzt werden müsse – ein Terminus, unter dem gewöhnlich mehr Siedlungsbau verstanden wird. Wachsen dürfte aber vor allem auch der Druck auf den palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, jede Zusammenarbeit mit der Hamas und damit die von ihr unterstützte Einheitsregierung aufzukündigen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte der Hamas eine harte Reaktion an. "Die Hamas ist verantwortlich und die Hamas wird bezahlen", sagte er am Montag zu Beginn einer Dringlichkeitssitzung seines Sicherheitskabinetts. Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri sagte in Gaza: "Die Besatzungsmacht (Israel) wird für jegliche Eskalation die Verantwortung tragen." Netanjahu wolle Hamas einschüchtern. Er müsse jedoch verstehen, "dass, wenn er Gaza den Krieg erklärt, sich für ihn das Tor zur Hölle öffnet."

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