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Islamismus Wulff: Angst vor Islamismus berechtigt

Die Menschen in Deutschland haben nach den Worten des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff "zu Recht vor einer Reihe von Entwicklungen unter Muslimen Angst".

22.04.2015 10:08
Mit seiner Jacke verdeckt ein Mann aus dem Umfeld der Koran-Verteilaktion "Lies" sein Gesicht. Foto: dpa

Aufgrund des islamischen Fundamentalismus von Nigeria über Nordafrika und den Nahen Osten bis nach Asien bestehe die Gefahr eines Dritten Weltkrieges, warnte Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff am Dienstagabend bei einer Diskussion in Bremen. «Im Sinne einer weltweiten kriegerischen Auseinandersetzung», präzisierte Wulff bei einem ökumenischen Stadtgespräch zur Frage «Wie viel Islam gehört zu Deutschland?»

Die islamische Welt sei stark verunsichert, sagte Wulff, der als Präsident mit seiner Äußerung, der Islam gehöre inzwischen auch zu Deutschland, für Aufsehen gesorgt hatte. Muslime befürchteten, dass ihnen etwa in der Auseinandersetzung zwischen den Glaubensrichtungen von Sunniten und Schiiten nun das bevorstehe, was Europa mit dem Dreißigjährigen Krieg erlebt habe.

In dieser Situation seien «alle gefordert, noch mehr zu tun, dass diese Konflikte kleiner und nicht größer werden». So müssten junge Deutsche davon abgehalten werden, in den Dschihad zu ziehen: «Wir müssen gemeinsam mit unseren Freunden aus den Moscheegemeinden jedem Hassprediger entgegentreten.» Deutschland müsse sich als wehrhafte Demokratie beweisen und Muslimen mit einer klaren Erwartungshaltung begegnen, empfahl Wulff. Er beobachte, dass Muslime Probleme hätten, sich von anderen Muslimen abzugrenzen, die versuchten, die Religion zu missbrauchen. «Das darf man durch Weggucken nicht schön reden.»

Zugleich warb Wulff für einen differenzierten Blick auf den Islam. In einer Umfrage, wie sie die Demokratie fänden, habe diese Staatsform bei Muslimen eine höhere Zustimmung erhalten als unter Ostdeutschen. Wer Muslime kritisiere, solle zunächst auf die eigene Kirche schauen, riet der Katholik Wulff. So habe die katholische Kirche mit Blick auf das Grundgesetz «ein paar Fragen nicht geklärt». In der Verfassung stehe, Männer und Frauen seien gleichberechtigt: «Seit meinen ersten Jahren in der katholischen Kirche habe ich immer erlebt, dass alle sozialen Aufgaben von Frauen gemacht wurden und alle entscheidenden Aufgaben von Männer.» (epd)

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