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"Islamischer Staat" IS droht Balkan mit Terror

In einem Video drohen Kämpfer des „Islamischen Staats“ mit einer Terrorwelle in Bosnien, Serbien und Albanien. Geschickt knüpfen die Terroristen an die Enttäuschung an, die viele Menschen in der Region empfinden.

IS-Kämpfer in Sirte. Eröffnen die Terroristen im Balkan eine neue Front? Foto: AFP

In einem Video, das seit Tagen im Internet kursiert, drohen Kämpfer des „Islamischen Staats“ (IS) mit einer Terrorwelle in Bosnien, Serbien, dem Kosovo, Albanien, Mazedonien und dem Sandschak – das ist eine Region, die teils zu Serbien und teils zu Montenegro gehört. „Wegen Allah werdet ihr euch fürchten, noch vor die Tür zu gehen“, sagt darin auf Albanisch ein bärtiger Uniformierter, der mit dem arabischen Kampfnamen Abu Muqatil al-Kosovi vorgestellt wird. „Ihr werdet euch fürchten, zur Arbeit ins Büro zu gehen und sogar niedergeschlagen und voller Angst sogar zu Hause zu sitzen.“ Der Terror werde die Ungläubigen „bis in ihre Träume“ verfolgen.

Der Film des IS-eigenen „Hayat Media Centre“ mündet in den Appell an die Muslime auf dem Balkan, dem „Ruf der Khilafah“ zu folgen, also ein islamisches System zu errichten, nicht aber, sich den Kämpfen in Syrien oder dem Irak anzuschließen. Das lässt befürchten, dass der „Islamische Staat“ auf dem Balkan eine neue Front aufmachen will.

"Bringt sie um! Tötet sie!"

Sieben Kämpfer treten in dem Video auf, allesamt Männer. Alle sind unverpixelt zu sehen; fünf von ihnen sprechen Bosnisch, einer davon mit albanischem Akzent, und zwei Albanisch. Ein gerade dem Jugendalter erwachsener Dschihadist, der als Salahuddin al-Bosni erscheint, fordert die Muslime auf, die ungläubigen „Kuffar“ zu töten: „Wenn ihr könnt, legt ihnen Sprengstoff unters Auto! Wenn ihr könnt, nehmt irgendein Gift und tut es ihnen ins Getränk, ins Essen. Bringt sie um, bringt sie um! Tötet sie, wo immer ihr sie trefft!“

Im Hintergrund des Videos sind nahöstliche Straßenszenen zu erkennen. Einmal läuft ein Mann mit Kind durch einen orientalischen Garten. „Hier“, sagt die Stimme aus dem Off, ohne den Ort anzugeben, „gehen Muslime mit Würde einher, treffen einander in Sicherheit und ziehen ihre Kinder groß, und sie hören auf niemanden, nur auf Allah.“

Der Sprecher schlägt einen Bogen durch die Geschichte des Balkan und knüpft dabei geschickt an die Enttäuschung an, die viele Menschen in der Region über die neuen Nationalstaaten empfinden. „Kurz vor dem Ersten Weltkrieg, vor 100 Jahren also“, sagt die Stimme in perfektem Englisch mit amerikanischen Akzent, „waren die Muslime auf dem Balkan von einer weltweiten Offensive gegen den Islam betroffen, die sich als besonderes Ziel setzte, in den Landen der Muslime ein nationales Bewusstsein und die Schaffung von Nationalstaaten hervorzurufen.“

Es folgt eine Zeitreise durch das 20. Jahrhundert, unterlegt von historischem Filmmaterial. Über die Balkankriege der 90er Jahre sagt ein Abu Safiyah al-Bosni, „der Westen mit den USA an der Spitze und mit dem christlichen Europa“ hätten „zugelassen, wie unter den Augen der ganzen Welt Muslime wie Schafe geschlachtet wurden“.

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