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Iran Ruhani besucht den Papst

Irans Präsident Hassan Ruhani schaut auf bei seinem ersten Europa-Besuch nach langer Zeit beim Papst vorbei und schließt nebenher Millionenverträge ab.

Im Windschatten des Papsts: Irans Präsident Ruhani. Foto: AFP

Das Sicherheitsaufgebot rund um den Petersplatz war ebenso imposant wie der Konvoi des iranischen Präsidenten. Etwa 30 dunkle Wagen rollten am Dienstagvormittag durch Roms Straßen Richtung Vatikan. Hassan Ruhani wird auf seinem ersten Europa-Besuch seit dem Ende des Atomstreits und der Aufhebung der Iran-Sanktionen von sechs seiner Minister und einem enormen Tross von Wirtschaftsleuten begleitet.

Hinter den Vatikan-Mauern wurde der iranische Geistliche von Papst Franziskus zu einer Privataudienz empfangen. Worüber das Oberhaupt der Katholiken mit ihm im Einzelnen redete, wurde wie üblich nicht viel bekannt. Es sei über das Atomabkommen gesprochen worden und über die wichtige Rolle, die der Iran übernehmen müsse, um angemessene Lösungen für die Krisen im Nahen und Mittleren Osten zu finden und Terrorismus und Waffenhandel zu bekämpfen, hieß es in einer Mitteilung. „Ich hoffe auf den Frieden“, sagte Franziskus zum Abschied. Und Ruhani bat, der Papst möge für ihn beten.

Das Treffen mit Franziskus galt als Höhepunkt einer viertägigen Reise, mit der die Führung in Teheran die politische und wirtschaftliche Rückkehr des Landes auf die internationale Bühne signalisiert. Ein Jahrzehnt lang war der Iran wegen der Sanktionen vom Weltmarkt abgeschnitten gewesen. Nun will der Präsident zeigen, dass die Zeit der Isolation vorüber ist, auch mit Blick auf die Stimmung im Iran, wo Ende Februar gewählt wird. Ruhanis Reise ist so eine Art Werbetour für einen riesigen Absatzmarkt. Sein Land gebe europäischen Investoren Zugang zur gesamten Region, hatte er am Montagabend nach einem Treffen mit Italiens Premier Matteo Renzi betont.

Zuvor unterzeichnete seine Delegation Wirtschaftsabkommen im Umfang von 17 Milliarden Euro mit italienischen Unternehmen, darunter ein Fünf-Milliarden-Vertrag mit dem Pipeline-Hersteller Saipem. Nächste Station wird am Mittwoch Paris sein, wo Ruhani den französischen Präsidenten Francois Hollande trifft und den Kauf von 114 Airbus-Flugzeugen besiegeln soll. Italien und Frankreich gehörten vor den Sanktionen zu den wichtigsten Handelspartnern des Iran.

Neben Wirtschaftsthemen geht es bei den Gesprächen auch um politische Fragen wie den Anti-Terror-Kampf und Syrien, bei denen der schiitischen islamischen Republik eine Schlüsselrolle zukommt. Das Atomabkommen hatte Ruhani am Montag ein politisches Wunder genannt. Die Methode müsse nun angewendet werden, um in Nahost und Nordafrika Friedenslösungen zu finden. „Sicherheit in der Region erreichen wir nicht durch Militäreinsätze, sondern durch Politik“, betonte er.

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