Lade Inhalte...

Iran Aschtiani ist noch am Leben

Die zum Tod durch Steinigung verurteilte Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani ist nach Informationen von Menschenrechtsaktivisten noch nicht hingerichtet worden.

02.11.2010 15:14
Im Iran zum Tod verurteilt: Sakineh Aschtiani. Foto: dpa

Die zum Tod durch Steinigung verurteilte Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani ist weiterhin am Leben. „Sie wurde heute nicht hingerichtet“, sagte die in Deutschland lebende Sprecherin des Komitees gegen die Steinigung, Mina Ahadi, am Mittwoch unter Berufung auf ihre eigenen Quellen im Iran der Nachrichtenagentur AFP. Die Uhrzeit für die Hinrichtungen sei für diesen Mittwoch bereits verstrichen. „Aber die Gefahr bleibt. Es kann immer passieren“, ergänzte sie.

Ahadi und französische Menschenrechtsaktivisten hatten am Dienstag die Besorgnis geäußert, die Hinrichtung Aschtianis könne unmittelbar bevorstehen. Den Angaben zufolge hat das Oberste Gericht in Teheran die Vollstreckung der Todesstrafe genehmigt.

„Vor drei Tagen haben wir die Information bekommen, dass das iranische Hohe Gericht einen Brief nach Tablis geschickt hat“, sagte die in Deutschland lebende Sprecherin des Komitees gegen die Steinigung, Mina Ahadi, am Dienstag der Nachrichtenagentur afp. Dieser habe sich an die „sogenannte Hinrichtungsabteilung“ des Gefängnisses in Tablis gerichtet, in dem sich Aschtiani befindet. Der Mittwoch sei im Iran „seit 30 Jahren der Hinrichtungstag, wir haben sehr viel Angst“, fügte Ahadi hinzu.

Auch der deutsche Iran-Kenner Omid Nouripour sagte, es gebe Indizien dafür, dass Aschtiani an diesem Mittwoch hingerichtet werde. Nouripour mahnte die iranische Führung, diesen „barbarischen Akt“ nicht zu vollziehen. „Die Weltgemeinschaft schaut genau hin“, sagte der in Teheran geborene Grünen-Politiker.

Die 43-jährige Mohammadi Aschtiani wurde nach iranischen Angaben im Jahr 2006 zu zehn Jahren Haft wegen der Verwicklung in den Mord an ihrem Ehemann sowie wegen mehrfachem Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt. Der Fall sorgt weltweit für Empörung. Nach weltweiten Protesten wurde die Hinrichtung im Juli zunächst ausgesetzt. (afp/dpa)

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen