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Irak Viele Todesopfer bei Serie von Anschlägen

Attentäter haben den Irak mit einer Welle blutiger Sprengstoffanschläge überzogen. Bei Explosionen in mehreren Städten kamen mehr als 70 Menschen zu Tode. Hunderte erlitten Verletzungen.

15.08.2011 09:18
Zwei Autobomben detonierten in Nadschaf. Foto: dapd

Bei der blutigsten Anschlagsserie seit mehr als einem Jahr sind im Irak neuen Angaben zufolge mehr als 70 Menschen getötet worden. Wie die Behörden des Landes am späten Montagabend mitteilten, wurden bei Anschlägen in 18 verschiedenen Städten des Landes im Laufe des Tages insgesamt 74 Menschen getötet. Mehr als 300 weitere seien verletzt worden.
Die meisten Menschen starben im rund 160 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Bagdad gelegenen Kut. In der 400.000-Einwohner-Stadt detonierten nach Polizeiangaben am Morgen zwei Sprengsätze. Dadurch wurden 40 Menschen getötet und 65 weitere verletzt. Die Sicherheitsbehörden machten das Terrornetzwerk El Kaida verantwortlich.

Es handelte sich um die schwerste Anschlagsserie im Irak seit dem 10. Mai 2010, als bei rund 60 Anschlägen mindestens 110 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt wurden. Angesichts der Anschläge vom Montag erklärten die USA, Anfragen der irakischen Behörden nach einem längeren Verbleib der US-Truppen im Land berücksichtigen zu wollen.

In der den Schiiten heiligen Stadt Nadschaf detonierten laut einem ranghohen Polizeioffizier zwei Autobomben. Bei dem Angriff auf einen Polizeiposten starben nach Angaben der Gesundheitsbehörden sieben Menschen, 60 weitere wurden verletzt. Die meisten Opfer waren Polizisten.

In Bakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, wurden laut einem Arzt vier Soldaten getötet, als mehrere Bewaffnete einen Kontrollpunkt attackierten. Nach Ärzte- und Behördenangaben wurden in Bakuba sowie in weiter südlich gelegenen Städten zudem bei vier Sprengstoffanschlägen ein Mensch getötet und zahlreiche Menschen verletzt, der Gouverneurssitz wurde evakuiert.

Im Büro der Anti-Terror-Behörde im nordirakischen Tikrit sprengten sich ebenfalls am Montagmorgen zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Dabei rissen sie drei Polizisten mit in den Tod, wie die Armee mitteilte. Sieben Menschen wurden verletzt. Die Angreifer trugen Polizeiuniformen und wollten nach Angaben aus Sicherheitskreisen inhaftierte Kämpfer des Terrornetzwerks El Kaida befreien. Tikrit ist eine frühere Hochburg des 2003 durch eine von den USA angeführte Militärintervention gestürzten Machthabers Saddam Hussein.

Insgesamt wurden am Montag in rund einem Dutzend irakischer Städte Angriffe und Anschläge verübt, darunter auch in Bagdad. Beim bislang tödlichsten Anschlag im Jahr 2011 hatte Ende März ein bewaffnetes Kommando in Tikrit ein Verwaltungsgebäude attackiert und 58 Menschen getötet.

Parlamentspräsident Nudschaifi verurteilte die Anschläge, bei denen „dutzende unschuldiger Menschen“ getötet und verletzt worden seien. „Ich verlange, dass die Gründe für diese Angriffe bekannt werden, und wer dahintersteht.“ Es sei zudem nötig, die Anstrengungen zu verstärken, um solche Anschläge künftig zu verhindern.

Erst kürzlich hatten sich die politischen Gruppen des Landes geeinigt, mit den USA Verhandlungen über einen Verbleib von Truppen der US-Armee zur Ausbildung irakischer Einheiten zu führen. Den bisherigen Plänen zufolge sollen die derzeit im Irak verbliebenen 47.000 US-Soldaten bis Ende 2011 das Land verlassen.

Im Irak ist die Gewalt zwar im Vergleich zu den Jahren 2006 und 2007 zurückgegangen. Dennoch kommt es immer wieder zu Anschlägen und Angriffen. Regierungsangaben zufolge wurden bei Gewalttaten im Juli 259 Iraker getötet, es handelte sich damit um den bislang zweitblutigsten Monat 2011. (afp)

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