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Investitionen Air Berlin hat in Schönefeld Großes vor

Der neue Air-Berlin-Chef Mehdorn kündigt hohe Investitionen und die Schaffung von bis zu 100 Jobs am Großflughafen an.

31.10.2011 17:50
Jürgen Schwenkenbecher
Hartmut Mehdorn, Vorstandsvorsitzender von Air Berlin auf dem künftigen Berliner Flughafen in Schönefeld mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit. Mehdorn betonte, der Flughafen werde das neue Drehkreuz der Fluggesellschaft. Foto: dpa

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin hält trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten an ihren Plänen fest, am künftigen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld ein Luftdrehkreuz aufzubauen. "Bis zum Jahr 2020 wollen wir jährlich zwölf bis 13 Millionen Fluggäste von und nach Berlin befördern", sagte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn am Montag in Schönefeld. In diesem Jahr rechnet er mit rund acht Millionen Passagieren. Damit erreicht Air Berlin in der Hauptstadt einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent.

Mehdorn kündigte zugleich höhere Ticketpreise an, um aus den "schwierigen Zeiten" herauszukommen. Die Treibstoffpreise seien gestiegen und die Belastungen durch die Luftverkehrssteuer beliefen sich auf 170 Millionen Euro im Jahr, sagte Mehdorn. "Wir müssen kämpfen, um wieder schwarze Zahlen zu erreichen."

Repräsentativer Platz im Terminal

Er kündigte an, das Langstreckenangebot ab Berlin auszuweiten. Mit Beginn des Sommerflugplans im Mai 2012 werde Air Berlin drei mal wöchentlich nonstop auch Los Angeles an der Westküste der USA anfliegen und die Zahl seiner Flüge nach New York erhöhen, sagte Mehdorn. New York, das bisher viermal von Air Berlin angesteuert wird, soll dann täglich zu erreichen sein. Im Gespräch ist auch eine Direktverbindung nach Chicago.

Für solche Pläne wird das Unternehmen von der Flughafengesellschaft gehätschelt, wie es nur geht. Einen "Maßanzug für Air Berlin" nannte Flughafenchef Rainer Schwarz die Bedingungen, die das Unternehmen in Schönefeld bekommen werde. Sieben der neun Stellplätze am Südpier sind Air Berlin vorbehalten, dazu drei Stellplätze am Hauptpier. Air Berlin erhält auch einen eigenen Check-in-Bereich. In Spitzenzeiten sollen in Schönefeld bis zu 27 Flugzeuge in einer Stunde abgefertigt werden, drei mehr als jetzt in Tegel. Da ist es fast selbstverständlich, dass die Fluggesellschaft für seine 1000 Quadratmeter große Lounge den wohl repräsentativsten Platz im Terminal erhalten hat, der einen prächtigen Panoramablick über das Vorfeld bietet.

Einen Wachstumsschub erhofft sich Mehdorn durch die Vollmitgliedschaft von Air Berlin in One World, einer Allianz von Fluggesellschaften, die für das Frühjahr 2012 geplant ist. Mit Gesellschaften wie Qantas (Australien), Cathay Pacific (Hongkong) und Japan Airlines als Partner soll dann das Langstreckennetz weiter ausgebaut werden.

Nach Mehdorns Angaben investiert Air Berlin in Schönefeld 25 Millionen Euro. So errichtet die Fluggesellschaft am westlichen Ende des neuen Airports ein 12.000 Quadratmeter großen Wartungshangar, in dem sechs Airbus A320 oder Boeing 737 gleichzeitig Platz finden können, wie Mehdorn sagte. In Schönefeld werde Air Berlin 50 bis 100 neue Arbeitsplätze schaffen.

Keine dritte Startbahn

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nutzte die Gelegenheit noch einmal zu dem Bekenntnis, dass es keine Pläne zum Bau einer dritten Startbahn in Schönefeld gebe. "Das ist kein Thema", sagte er. Bei den Koalitionsverhandlungen hätten sich SPD und CDU zwar über den möglichen Ausbau des Flughafens verständigt, allerdings sei es dabei nur um den Bau eines weiteren, bereits genehmigten Abfertigungsgebäudes gegangen.
Der Flughafen soll am 3. Juni 2012 in Betrieb gehen. Die Eröffnungskapazität beträgt 27 Millionen Passagiere.

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