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Interview mit Petry Wagenknecht sorgt wieder für Ärger

Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht steht nach einem Interview mit Frauke Petry in der Kritik: Kritiker nennen das Gespräch mit der AfD-Chefin Petry politisch instinktlos.

Nach einem gemeinsamen Interview mit Frauke Petry in der Kritik: Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Foto: imago/Metodi Popow

In der Linken gibt es neuen Unmut über die Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Sahra Wagenknecht, und ihren Mann Oskar Lafontaine. Grund sind Wagenknechts gemeinsames Interview mit der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ und Lafontaines Angriff auf die linke „Tageszeitung“ bei Facebook. Der Chef der Thüringer Staatskanzlei, Benjamin Hoff (Linke), nannte das Gespräch von Wagenknecht mit Petry im MDR eine politische Instinktlosigkeit, die der AfD in die Hände spiele. Sandro Witt (ebenfalls Linke) sagte, es sei der falsche Weg, zur AfD abgewanderte Wähler mit AfD-Argumenten zurückholen zu wollen. Auch dürften Linke nie vergessen, wie viel Gewalt die AfD schüre.

Zwischen Wagenknecht und Petry hatten sich Übereinstimmungen gezeigt, etwa in der Flüchtlings- und Europapolitik. Zugleich hatte sich die Linken-Politikerin mehrmals um Abgrenzung bemüht – etwa indem sie Petrys Partei Rassismus vorwarf. Allerdings steht Wagenknecht intern seit längerem in der Kritik, weil sie teils AfD-nahe Positionen vertritt und um deren Wähler wirbt. Das Interview lässt gegensätzliche Interpretationen zu.

Der Vizelinksfraktionsvorsitzende Jan Korte fordert eine differenzierte Auseinandersetzung mit der AfD. Der FR sagte er, warum die Linke „seit 2010 unterm Strich massiv an Einfluss verloren“ habe, werde nicht geklärt werden können, „wenn wir zum einen eine fehlende Strategie durch Moralisierung ersetzen oder zum anderen einzelne Teile des Ressentiments versuchen zu adaptieren“. Man dürfe Wähler „nicht einfach abschreiben, sie gar verachten, sondern müsse darum kämpfen, sie zurückzugewinnen – ohne den Weg zu gehen, antidemokratische Standpunkte zu übernehmen“.

Lafontaine sieht Kampagne

Lafontaine nahm Anstoß an einem Artikel der bekanntermaßen linken und sehr profilierten taz-Redakteurin Ulrike Herrmann, die das Interview von Wagenknecht und Petry als „rechtes Konsensgespräch“ bezeichnet hatte. Auch die konservative FAS selbst schrieb über das eigene Interview, die beiden seien „oft näher beieinander als gedacht“.

In Herrmanns Text sieht Lafontaine einen weiteren Teil einer Kampagne „der neoliberalen Kampfpresse“, die versuche, die Linke in die Nähe der AfD zu rücken. Das sei „rechter Schmieren-Journalismus“, so der saarländische Linksfraktionschef. „An dieser Kampagne beteiligt sich, wen wundert’s, selbstverständlich die neoliberale taz.“ Die linke Bundestagsabgeordnete Halina Wawzyniak schrieb daraufhin bei Twitter, der „Spruch von einer angeblichen Kampagne der angeblichen neoliberalen Kampfpresse“ sei „so stulle“ (gemeint ist: dumm), „der könnte glatt aus dem ZK der SED stammen“.

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