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Interview bei Fox News Donald Trump gibt sich eine Eins plus

Hat US-Präsident Donald Trump gegenüber Fox News eine Straftat zugegeben? Und wie lange bleibt Justizminister Sessions noch im Amt? Das Schmierentheater im Weißen Haus wird mal wieder wilder.

Donald Trump im Interview
Donald Trump im Gespräch mit Freunden, und zwar im Interview mit „Fox and Friends“ im Rosengarten des Weißen Hauses. Foto: dpa

Donald Trump hat in einem Interview mit dem US-Sender Fox News eingestanden, dass es sein Geld war, das Michael Cohen als Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels bezahlt hat. In einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview erklärte Trump, es habe sich bei dem Geld nicht um Wahlkampfgeld gehandelt. Er habe sich nichts vorzuwerfen, es sei ja aus seiner Tasche gekommen.

Doch das macht die Sache nicht legal, darin sind sich nahezu alle Rechtsexperten und Kommentatoren einig. Die einzige noch diskutierte Frage unter Kritikern und Befürwortern der US-Administration ist, ob es sich um eine schwere Straftat handelt oder eher um ein Versäumnis. Kaum jemand bestreitet noch, dass Trump sich eines Vergehens schuldig gemacht hat. Vor der Anklage schützt ihn derzeit nur die Immunität des Präsidenten, die einzig der Kongress durch ein Amtsenthebungsverfahren aufheben könnte.

Cohen bezahlte Stormy Daniels, Trump wusste davon

Sicher ist, dass Cohen Schweigegeld an zwei Frauen bezahlte, um den Wahlkampf Trumps zu unterstützen und damit die Präsidentschaftswahl in den USA zu beeinflussen - im Auftrag Trumps. Ob das Geld nun von einem privaten Konto oder direkt aus der Kampagne stammte, ist zweitrangig. Wäre das entscheidend, alle Gesetze zur Wahlkampffinanzierung wären das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben sind.

Und Trump lügt auch gegenüber seinem Haus- und Hofsender Fox weiter. Von den Zahlungen habe er erst im Nachhinein erfahren, also nachdem Cohen 130.000 Dollar von Trumps Geld an Daniels überwiesen hatte. Bislang hatte Trump immer behauptet, gar nichts von dem Schweigegeld gewusst zu haben - und selbst das stimmt nicht, wie eine Tonbandaufnahme beweist, auf der deutlich zu hören ist, wie Trump und Cohen über die Höhe und das Procedere der Zahlung sprechen.

Donald Trumps Zorn richtet sich jetzt gegen Jeff Sessions

In demselben Interview nimmt Trump Jeff Sessions ins Visier. Seinem eigenen Justizminister warf Trump vor, er habe sein Ministerium nicht im Griff. Sessions hatte sich aus den Russland-Ermittlungen gegen Trumps Wahlkampfteam herausgehalten und wurde dafür bereits mehrfach von Trump kritisiert. „Was für ein Mann ist das“, fragt Trump in dem Interview in fast schon offener Feindschaft.

Überhaupt habe Sessions sein Amt nicht aufgrund seiner Qualifikation, sondern wegen seiner Loyalität erhalten. Er sei ein Unterstützer der ersten Stunde gewesen. Fox-Moderatorin Ainsley Earhardt spricht Trump daraufhin auf Gerüchte an, er plane Sessions in Kürze zu feuern. Trump widerspricht nicht.

Es deutet also alles daraufhin, dass Sessions der Nächste in einer mittlerweile imposanten Reihe an hochrangigen Beratern und Ministern ist, die von Trump entlassen wurden oder während seiner Amtszeit gekündigt haben. Darunter befinden sich bereits fünf Minister, mindestens sechs Kommunikationsdirektoren und zahlreiche Berater.

Hillary Clinton ist viel schlimmer

Das alles aber ist und bleibt für Trump nebensächlich. Cohen war einmal sein Anwalt, aber er war nur einer unter vielen, eher zuständig für kleine Deals. Für ihn, Trump, hätte er sowieso nur „in Teilzeit“ gearbeitet. 

Und überhaupt: Hillary Clinton habe viel schlimmeres getan, als sie E-Mails gelöscht habe. Die ist zwar nicht Präsidentin, aber Barack Obama war das und auch er habe Ärger wegen seiner Wahlkampffinanzierung gehabt.

Viel wichtiger ist es für Trump, der nach eigener Aussage in seinem Leben „immer nur gewonnen“ habe, dass es der Wirtschaft besser gehe als jemals zuvor in der Geschichte Amerikas. Die Frage, welche Note sich der Präsident für seine bisherige Arbeit gebe, beantwortet Trump deshalb selbstbewusst mit: „Eine Eins Plus.“

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