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Inhaftierte Reporter im Iran Springer-Konzern soll sich entschuldigen

Im Fall der inhaftierten deutschen Reporter im Iran regt sich Hoffnung. Medienberichten zufolge zeigt sich Irans Außenminister Ali Akbar Salehi Gesprächsbereit und hat dazu Bundesaußenminister Guido Westerwelle eingeladen.

09.01.2011 16:56
Das Passbild - veröffentlicht im iranischen Fernsehen - zeigt einen der beiden inhaftierten deutschen Reporter. Foto: dpa

Im Fall der beiden seit Oktober inhaftierten deutschen Journalisten hat Irans Außenminister Ali Akbar Salehi Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) nach Teheran eingeladen. Salehi erklärte sich laut Magazin Spiegel dazu bereit, über alles zu sprechen, „auch über diesen Fall“.

Westerwelle begrüßte laut Bild am Sonntag die Bereitschaft Irans „den Fall der beiden inhaftierten Journalisten in absehbarer Zeit zu lösen“. Salehi kündigte im Gespräch mit dem Spiegel an, die beiden Reporter „im Einklang mit unserer Gesetzgebung und der im Islam verwurzelten Güte zu behandeln“. Sein Ministerium versuche, „Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die zu Verzögerungen und Schwierigkeiten führen könnten“. Wenn es nach ihm ginge, könnte die Angelegenheit „in Sekunden“ bereinigt werden. Die beiden Reporter hatten versucht, den Sohn der zum Tode verurteilten Sakineh Mohammadi Aschtiani zu interviewen.

Salehi sagte dem Spiegel weiter, es könne seiner Ansicht nach hilfreich sein, wenn die Chefredaktion der Bild am Sonntag und der Axel-Springer-Verlag „einräumen würden, einen Fehler gemacht zu haben“. Auch eine Entschuldigung sei angebracht. Der Verlag Axel Springer und die Chefredaktion der Bild am Sonntag begrüßten Salehis Äußerungen. Springer-Aufsichtsrat, Vorstand und Chefredaktion seien „jederzeit bereit, mit Minister Salehi in Teheran oder an einem anderen Ort über alle relevanten Fragen zu sprechen“.

Oppositionelle verurteilt

Am Samstag wurde im Iran eine Journalistin und Menschenrechtsaktivistin laut Opposition zu vier Jahren Haft und 74 Peitschenhieben verurteilt. Wie die oppositionelle Internetseite Kaleme.com berichtete, wurde die 26-jährige Schiwa Nazar Ahari vom Berufungsgericht in Teheran des „Krieges gegen Gott“ für schuldig befunden. Bereits im September war sie wegen dieses Vergehens und wegen „Verschwörung gegen die Behörden“ zu sechs Jahren Haft verurteilt worden, das Berufungsgericht milderte die Strafe nun ab und strich einen Anklagepunkt. Nazar Ahari wies sämtliche Anschuldigungen zurück.

Sie war im Juni 2009 bei Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad festgenommen worden. Zur Zeit befindet sie sich gegen eine hohe Kaution auf freiem Fuß.( afp/dpa)

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