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Indien Schießerei in indischer Militärbasis

Attentäter dringen in einen Luftwaffenstützpunkt nahe der Grenze zu Pakistan ein. bei einem Feuergefecht sterben zwölf Menschen.

Indische Sicherheitsleute kontrollieren einen Mitarbeiter der Luftwaffenbasis in Pathankot. Foto: AFP

Indiens Sicherheitskräften gelang es am Wochenende nur unter großen Mühen, eine Gruppe von Attentätern auszuschalten, die am Samstagmorgen in einen der wichtigsten Luftwaffenstützpunkte des Landes eingedrungen waren. Sieben Soldaten und fünf Attentäter starben jüngsten Informationen zufolge während der 15-stündigen Schießerei in den Kasernen von Pathankot nur rund 30 Kilometer von der Grenze zur verfeindeten Atommacht Pakistan entfernt. Am Sonntagmorgen wurden zwei Soldaten verletzt, als sie versehentlich einen von den Angreifern hinterlassenen Sprengsatz auslösten. „Wir hatten Informationen über eine geplante Attacke“, behauptete Delhis Verteidigungsministerium, „und waren deshalb in der Lage, den Angriff schnell zu unterdrücken.“ Dabei war es den mit Uniformen verkleideten Angreifern gelungen, einen Polizeiwagen zu kapern und mit dem Gefährt die Sicherheitsschranke am Eingang zu durchbrechen. Bereits vor einigen Monaten hatten Untergrundkämpfer in der Grenzregion einen Angriff nach dem gleichen Muster gestartet.

Islamabad verurteilt Terror

Nach Angaben aus Militärkreisen drangen die Angreifer lediglich bis zu den Kasernen der Soldaten vor. Das Flugfeld mit seinen Kampfflugzeugen und Hubschraubern sei abgeriegelt worden. Es ist nicht bekannt, ob Indien in Pathankot auch einen Teil seiner rund 100 Atomsprengköpfe stationiert hat. Regierungskreise in Delhi verdächtigen die von Pakistan aus operierende Untergrundgruppe Jaish-e-Mohammed. Innenminister Rajnath Singh warnte: „Wir wollen Frieden. Aber jeder Terrorangriff auf unserem Boden wird entsprechend beantwortet.“ Die Regierung in Islamabad beeilte sich mit einer eindeutigen Reaktion: „Wir verurteilen den Terrorangriff.“

Erst am vorvergangenen Wochenende hatte Indiens Premierminister Narendra Modi seinem pakistanischen Kollegen Nawaz Sharif einen Überraschungsbesuch in der Stadt Lahore abgestattet und Hoffnungen geweckt, dass der prekäre „Kalte Frieden“ zwischen den beiden südasiatischen Atommächten entschärft werden könnte. „Das Motiv des Angriffs scheint der Versuch zu sein, bevorstehende Gespräche zwischen Indien und Pakistan zu stören“, erklärte Uday Bhaskar von der „Society for Policy Studies“ in Delhi, „wir hatten es in der Vergangenheit mit ähnlichen Mustern zu tun, wenn sich eine Entspannung abzeichnete.“

Sollte sich der Verdacht erhärten, dass die Untergrundgruppe Jaish-e-Mohammed hinter dem spektakulären und für die Modi-Regierung peinlichen Angriff steckt, würden wieder einmal Zweifel an der Rolle von Pakistans Streitkräften wachsen. Die Untergrundgruppe wurde vor Jahrzehnten von Islamabads Geheimdienst gegründet und verschmolz inzwischen mit den verbliebenen Resten von Al-Kaida in Südasien.

Pakistans Armeechef Raheel Sharif, der offenbar eine vorsichtige Annäherung an Indien befürwortet, erlangte in seiner Heimat Kultstatus, weil er während der vergangenen 18 Monate weitgehend die Terroraktivitäten radikalislamischer Islamisten am Indus eindämmen konnte. Offenbar ist er freilich nicht in der Lage oder willens, alle Teile seiner Sicherheitskräfte zu kontrollieren. Denn Jaish-e-Mohammed dürfte ohne heimliche Unterstützung aus Islamabads Militärkreisen kaum zu einem Angriff auf eine der wichtigsten Luftwaffenstützpunkte Indiens in der Lage sein.

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