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Grüne Die Basis stellt ihre Forderungen

Beim Parteitag der Grünen hat sich die linke Basis gegen die Funktionäre durchgesetzt, die eher rechts vom Mainstream stehen. Gut so. Ein Kommentar.

Grünen-Bundesparteitag
Die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt (in orange) und Cem Özdemir (blaues Hemd), feiern im Velodrom in Berlin mit anderen Delegierten das Ende des Grünen-Bundesparteitages. Foto: Rainer Jensen (dpa)

Einst sagte ein führender Funktionär der Grünen, Spitzenkandidaten seien „Diktatoren auf Zeit“. Der Mann hatte Unrecht. Und wenn er doch ein bisschen Recht gehabt haben sollte, dann mussten die Diktatoren auf dem Parteitag eine Auszeit nehmen. Mit Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir hat die Basis ja zwei Spitzenkandidaten gewählt, die sehr seriös, sehr erfahren und sehr pragmatisch sind – und die vielleicht auch deshalb manche als langweilig empfinden.

Größere Teile der Führungsschicht zumal in den Ländern ticken mittlerweile ähnlich wie die beiden. Sie stehen etwas rechts vom Mainstream der Partei. Verwunderlich ist das nicht. Immerhin müssen die Funktionäre den linken Idealismus der Vielen in reale Politik überführen. Dabei bleibt oft ein Stück dieses Idealismus auf der Strecke. Auf dem Parteitag forderte die Basis ihr Recht.

Sollte es tatsächlich zu einer grünen Regierungsbeteiligung kommen, wird lediglich ein Teil dessen, was die Grünen möchten, Wirklichkeit. Die grüne Basis allerdings hält sich an den Grundsatz: Versuche das Unmögliche, um das Mögliche zu erreichen. Und sie tut gut daran. Denn die Grünen sind eine Partei der linken Mitte – und keine FDP ohne Verbrennungsmotor.

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