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Großbritannien Studenten stürmen Partei-Zentrale

Aus Protest gegen die geplante massive Erhöhung der Studiengebühren in Großbritannien stürmen Studenten die Zentrale der Regierungspartei. 14 Menschen werden verletzt, darunter mehrere Polizisten. Die wenigen Polizisten vor Ort sind zunächst überfordert.

10.11.2010 17:59
Studenten stürmen Zentrale der Konservativen. Foto: dpa

Aus Protest gegen die geplante massive Erhöhung der Studiengebühren in Großbritannien haben Studenten die Zentrale der Konservativen Partei von Premierminister David Cameron gestürmt. Dutzende teils vermummte Demonstranten drangen am Mittwoch mit Gewalt in das Gebäude nahe des Parlaments ein, wie ein AFP-Reporter berichtete. 14 Menschen wurden verletzt, die Polizei nahm 32 Demonstranten in Gewahrsam.

Zuvor hatten Polizeiangaben zufolge 20.000 Studenten friedlich gegen eine Erhöhung der Studiengebühren protestiert, die Veranstalter sprachen gar von 50.000 Teilnehmern. Es war die größte Demonstration gegen die Regierung seit Camerons Amtsantritt im Mai. Viele Demonstranten waren aus Universitätsstädten aus dem ganzen Land angereist.

Dann eskalierte die Situation: Tausende Demonstranten zogen vor die Parteizentrale der Konservativen, Millbank genannt. Einige der Demonstranten warfen die Glasfassade des Gebäudes ein und stürmten ins Innere. Vor dem Gebäude entfachten sie zudem ein Feuer. Die wenigen Polizisten vor Ort waren von der Situation zunächst offenbar vollkommen überfordert. Einigen der Demonstranten gelang es, auf das Dach vorzudringen, wo sie Transparente entrollten. Einige warfen einen Feuerlöscher vom Dach des sechsstöckigen Gebäudes.

Hunderte Angestellte mussten nach einem Feueralarm das Gebäude räumen, in dem auch die Büros zahlreicher Firmen untergebracht sind. Anti-Krawall-Einheiten der Polizei gelang es schließlich, die Situation unter Kontrolle zu bringen und die Protestierer aus dem Gebäude zu vertreiben.

Der Londoner Polizeichef Paul Stephenson versprach eine vollständige Aufklärung der Ereignisse. „Dieses Ausmaß der Gewalt hatten wir überhaupt nicht erwartet, und wir müssen uns fragen, warum. Die Szenen, die wir in und vor Millbank gesehen haben, stellen ein vollkommen inakzeptables und beschämendes Verhalten dar. „ Nach Angaben der Polizei waren unter den 14 Verletzten sieben Polizisten.

Der Präsident der Studentengewerkschaft National Union for Students, Aaron Porter, erklärte in einer Mitteilung des Kurznachrichtendienstes Twitter: „Wir sind stolz auf die 50.000 Studenten, die friedlich protestiert haben. Schande über die, die hier sind um Ärger zu machen.“

Die Regierung will es den Universitäten erlauben, die derzeit erhobenen Studiengebühren von umgerechnet maximal 3780 Euro pro Jahr zu verdoppeln oder unter „außergewöhnlichen Umständen“ fast zu verdreifachen. Die mitregierenden Liberaldemokraten von Vize-Premierminister Nick Clegg tragen die Pläne mit, obwohl sie im Wahlkampf eine Erhöhung der Studiengebühren ausgeschlossen hatten. (afp)

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