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Griechenland Erdogan umgarnt und droht

Recep Tayyip Erdogans Besuch in Griechenland ist der erste eines türkischen Staatsoberhauptes seit 1952.

07.12.2017 21:43
Griechenland / Türkei
Erdogan (l.) mit Griechenlands Präsident Prokopis Pavlopoulos. Foto: afp

Recep Tayyip Erdogans Besuch in Griechenland, der erste eines türkischen Staatsoberhauptes seit 1952, solle „Brücken bauen, nicht Mauern“. Diese Ermahnung an den Staatsgast am Donnerstag kam von keinem geringeren als dem Gastgeber, der Regierung in Athen.

Dabei hatte Erdogan bei einem Treffen mit dem griechischen Premier Alexis Tsipras einen Schritt gewagt, den sich bislang kein türkischer Politiker getraut hatte: Er verwies auf ein Pogrom türkischer Rechtsradikaler 1955 gegen die griechische Minderheit in der Türkei und deren daraus resultierender Exodus: „Hätte es nur die Fehler in der Vergangenheit nicht gegeben, als die damalige Politik dazu führte, dass die Bürger der (griechischen) Minderheit die Türkei verlassen mussten“. Erdogan wünschte sich auch, dass die beiden Nachbarländer ihre Zukunft auf einem stabilen Fundament bauen, also intensivieren sollten. Unter Erdogan hat sich das Verhältnis der beiden von alters her verfeindeten Staaten auch schon stark verbessert.

Erdogan: „Gewisse Dinge müssen sich ändern“

Doch Erdogans konkrete „Arbeiten“ für sein „stabiles Fundament“ mussten die griechischen Partner erzürnen: Er fordert eine Revision des Grenzverlaufs durch die Ägäis, festgelegt im Vertrag von Lausanne 1923 und seitdem ein Streitpunkt. Der griechische Präsident Prokopis Pavlopoulos winkte ab: „Dieser Vertrag ist für uns nicht verhandelbar. Er erfordert weder eine Revision noch eine Aktualisierung.“ Dann warf Erdogan Athen vor, der türkischen Minderheit entgegen dem Vertrag nicht die Wahl von Muftis zu erlauben. Stattdessen würden die Rechtsgelehrten von der Regierung ernannt. „Gewisse Dinge müssen sich ändern“, drohte Erdogan.

Sodann düpierte er noch die EU: Sie setze ihren eigenen Flüchtlingspakt mit der Türkei nicht korrekt um. Die EU habe „keines ihrer Versprechen im wirtschaftlichen Bereich erfüllt“, wohingegen sein Land alle Zusagen eingehalten habe. (afp/dpa)

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