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Greenpeace-Studie Energie Braunkohle-Kraftwerk Jänschwalde gefährdet Leben

Laut einer Greenpeace-Studie ist das Braunkohle-Kraftwerk Jänschwalde das schädlichste in Deutschland. Bundesweit sterben statistisch gesehen 3000 Menschen pro Jahr an den Folgen der Kohle-Verbrennung.

Unter anderem die Britischen Jungferninseln der Karibik sind als Steuerparadies bekannt. Foto: British Virgin Islands/Tourismusministerium

Laut einer Greenpeace-Studie ist das Braunkohle-Kraftwerk Jänschwalde das schädlichste in Deutschland. Bundesweit sterben statistisch gesehen 3000 Menschen pro Jahr an den Folgen der Kohle-Verbrennung.

Das Braunkohle-Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg ist die gesundheitsschädlichste Anlage ihrer Art in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Stuttgart, die die Umweltorganisation Greenpeace in Auftrag gegeben hatte. Demnach löst allein das von Vattenfall betriebene Wärmekraftwerk in Südost-Brandenburg mit seinen Abgasen statistisch betrachtet 373 Todesfälle pro Jahr aus. Auch das Kraftwerk Schwarze Pumpe in Spremberg zählt zu den zehn schädlichsten Deutschlands und ist statistisch für jährlich 110 Tote verantwortlich.

Insgesamt verursachen die Abgase und der Feinstaub-Ausstoß aller deutschen Kohlekraftwerke laut der Studie 3100 vorzeitige Todesfälle pro Jahr. Die Forscher haben berechnet, dass die Stickoxide, Schwefeldioxide sowie Ruß- und Staubemissionen insbesondere aus der Braunkohleverbrennung so viele Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland und den Nachbarländern auslösen, dass sie in der Summe jährlich zum Verlust von 33.000 Lebensjahren führen. Aus dieser Zahl ergibt sich die Hochrechnung auf 3100 vorzeitige Todesfälle. Hinzu kämen etwa 700.000 Krankheitstage durch Atemwegsinfekte, Herzinfarkte, Krebs oder Asthma.

Forderung: 2040 aus Braunkohleverbrennung aussteigen

Die Stuttgarter Forscher haben alle Abgasdaten ausgewertet, die die 67 größten deutschen Kraftwerke 2010 veröffentlichten. Erstmals berechneten sie die Ausbreitung der Emissionen. Unter den zehn schädlichsten Kohlekraftwerken Deutschlands sind demnach neun Braunkohle-Öfen. Die 3000-Megawatt-Anlage Jänschwalde im brandenburgischen Peitz, die Strom für sechs Millionen Haushalte liefert, liegt auf Platz eins, gefolgt vom Kraftwerk Niederaußem nahe Köln. Die 15?neuen Kraftwerke, die seit 2012 ans Netz gingen oder noch gehen sollen, würden 1000 weitere Todesfälle auslösen, so die Studie.

Deutschland müsse bis spätestens 2040 aus der Braunkohleverstromung aussteigen, forderte Greenpeace am Mittwoch während der Vorstellung der Studie. Vor allem die SPD-regierten Länder Brandenburg und Nordrhein-Westfalen müssten ihre Unterstützung der Braunkohle aufgeben. In beiden Ländern gibt es große Braunkohlevorkommen, die im Tagebau abgebaut werden und dort einen großen Teil der Energieversorgung sichern.

Die Kraftwerksbetreiber nannten die Studie „grob irreführend“. Die Luftqualität im Umfeld der Kraftwerke werde in der Summe praktisch nicht oder nur unwesentlich durch deren Abgase beeinflusst, sagte Vattenfall-Sprecherin Kathi Gerstner. Das zeigten auch die Messungen der Brandenburger Behörden. Auch die TÜV-Prüfung der Entschwefelungs- und Entstaubungsanlagen habe gezeigt, dass Jänschwalde die Feinstaubbelastung der Luft nicht erhöhe.

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