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Unisex-Toiletten Goethe Universität Unisex-Toiletten im Studierendenhaus?

Sollte das neue Studierendenhaus der Frankfurter Goethe-Universität Unisex-Toiletten bekommen? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Der AStA ist dafür, der RCDS meint dagegen: „Schluss mit Gender-Gaga!"

02.02.2016 15:10
Madeleine Hesse
Piktogramm für eine gemeinsame Toilette in Berlin, Luckenwaldstaße. Foto: dpa

Keine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, auch nicht vor dem Pissoir oder auf der Toilettenschüssel – das erhofft sich das Studierendenparlament (StuPa) der Frankfurter Goethe-Universität vom neuen Studierendenhaus auf dem Campus Westend. Allerdings sorgen die für den Neubau beschlossenen Unisex-Toiletten seit Monaten schon für Kontroversen – auch in Form von Wortwitzen rund um das stille Örtchen.

Valentin Fuchs, Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), ist ein Verfechter der Unisex-WC´s. „Sie unterscheiden nicht mehr nach der klassischen Aufteilung Mann oder Frau“, sagt er. „Sie können der Diskriminierung von trans- und intersexuellen Personen entgegenwirken, die sich so keinem Geschlecht mehr zuordnen müssen.“

Während also der AStTA und Queer-Referate mehrerer Universitäten das Toilettenkonzept begrüßen, kritisierte es der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Frankfurt zur Wahl des Studentenparlaments Ende Januar erneut. „Schluss mit Gender-Gaga! Geht euch der übliche Gender-Wahnsinn von gegenderten Klausuren bis Unisex-Toiletten gehörig auf die Nerven?“, fragt der RCDS in der AStA Zeitung und wirft dem Studierendenausschuss zudem vor, Meinungen und Bedürfnisse der Studierenden zu übergehen.

Angesichts anderer Herausforderungen an der Universität messe der RCDS dem Thema sowieso geringere Priorität zu, so Tim Bergmüller, Vorsitzender des RCDS. Die Hochschulgruppe hält die Pläne für eine „Ideologisierung der universitären Sanitäranlagen“.

Abstruse Argumentation

Valentin Fuchs bezeichnet diesen Vorwurf als „abstruse Argumentation, in der sich wiederum die konservative Ideologie des RCDS zeigt. Das Unisex-Konzept betrifft auch Diskriminierung gegen Frauen, nicht nur gegen Minderheiten. Aber auch für diese macht der AStA ausdrücklich Politik.“

Kontrahent Tim Bergmüller spricht sich in der Toilettenplanung trotz mehrheitlichem Entschluss im Studierendenparlament für einen basisdemokratischen Studienentscheid aus: „Bei einer so weitreichenden Entscheidung sollten alle Studenten befragt werden. Bei der geringen Beteiligung an den letzten Hochschulwahlen sprechen wir dem Studierendenparlament die nötige demokratische Legitimation für Entscheidungen dieser Tragweite ab.“

Unterdessen steht die Toiletten-Planung, die Bauanträge sind in der Vorbereitung. „Je nach Geschoss wird es Anlagen mit gemeinsamem Vorraum, Waschbecken und Wickeltischen oder Einzelkabinen mit Trennwänden von der Decke bis zum Boden sowie integriertem Waschbecken, Steh- oder Sitztoiletten geben“, erklärt Ebru Celtikli, Baukoordinatorin des AStA. Es sei auch eine Einzelkabine mit Waschbecken vorgesehen, „die nicht für Personen, die als männlich geboren sind und dieses Geschlecht leben“, zugänglich sein werde.

„Die Konzeption ist eine Mischung aus Unisex und klassischer Toilette und erfüllt die Regelungen aus der Arbeitsstätten- und der ebenfalls gültigen Versammlungsstättenrichtlinie“, erklärt Albrecht Fester aus der Bereichsleitung des universitären Immobilienmanagements. Fester bestätigt, dass mögliche Mehrkosten zwischen der Frankfurter Universität und dem AStA aufgeteilt werden sollen. Ob bei der Toilettenanlage überhaupt Mehrkosten auftreten werden, sei allerdings erst nach Fertigstellung der Bauantragsunterlagen absehbar, lässt der Immobilienmanager wissen.

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