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Nationalhymne Genderneutrale Hymne: Merkel sieht keinen Bedarf

Kanzlerin Angela Merkel ist gegen eine geschlechtsneutrale Fassung der deutschen Nationalhymne. Das „Vaterland“ hat also gute Chancen, dem Liedtext erhalten zu bleiben.

Deutsche Fahne
Die Gleichstellungsbeauftragte des Familienministeriums will das Wort „Vaterland“ in der Nationalhymne durch „Heimatland“ ersetzen. Foto: rtr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht keinen Bedarf, den Text der deutschen Nationalhymne zu ändern. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin sagte,  sei die Kanzlerin mit der Hymne in ihrer jetzigen Fassung „sehr zufrieden“.

Auch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sprach sich gegen eine Veränderung des Textes aus. Sie habe nie das Gefühl gehabt, als Frau nicht angesprochen zu werden. Ein Sprecher des Bundesfamilienministeriums wollte die Forderung nicht kommentieren, da es sich um einen „persönlichen Beitrag“ der Gleichstellungsbeauftragten handele.

Kontroverse Diskussion im Netz

„Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“ – mit diesen Worten beginnt die deutsche Nationalhymne seit Jahrzehnten. Daran will die Gleichstellungsbeauftragte des Bundesfamilienministeriums, Kristin Rose-Möhring, jedoch etwas ändern. Um den Text genderneutral zu machen, soll es künftig statt Vaterland „Heimatland“ heißen. In einem Brief an die Mitarbeiter des Bundesfamilienministeriums anlässlich des Weltfrauentags am 8. März schlägt sie zudem laut einem Bericht der Bild am Sonntag vor, die Textzeile „brüderlich mit Herz und Hand“ in „couragiert mit Herz und Hand“ zu ändern.

In den sozialen Medien wird der Vorschlag von Rose-Möhring kontrovers diskutiert. Bei der Union stößt die Idee mehrheitlich auf Ablehnung. Die CDU-Politikerin Julia Klöckner twitterte: „Mir fielen andere Themen ein, die wichtiger für Frauen wären als die Nationalhymne zu ändern“. Drastischer drückt es die Junge Union München-Nord auf ihrer Facebook-Seite aus. Dort heißt es „Finger weg! Von unserer Nationalhymne“. Auch die Junge Union in Hessen spricht sich via Twitter gegen eine Änderung aus. „Wir wollen, dass unsere Nationalhymne so bleibt, wie sie ist – und sie vor dem Genderwahn schützen“. Ähnliche Worte findet die AfD. Sie spricht auf Facebook ebenfalls von einem „Genderwahn“ und sagt „Wir geben unser Vaterland nicht her!“

Das Thema bewegt nicht nur die Politik. Bei den Nutzern führt der Vorstoß zu einer  Gender-Debatte. Dabei werden auch Begriffe diskutiert, die weiblich konnotiert sind wie beispielsweise die Muttersprache. „Wenn Vaterland zu Heimatland wird, wird dann dort eine Heimatsprache statt einer Muttersprache gesprochen?, fragt ein Twitter-Nutzer. „Frauen, die Selbstbewusstsein besitzen, brauchen so einen Blödsinn auch nicht“, kritisiert eine Userin auf Facebook. Die Journalistin Miriam Hollstein beleuchtet die Diskussion via Twitter von der anderen Seite: „Wenn Männer in der Nationalhymne schwesterlich mit Herz und Hand singen müssten, wäre sie schon längst geändert.“

 

Neben vielen Gegnern tummeln sich im Netz vereinzelt auch Befürworter. Bei Facebook kommentiert ein Nutzer den Vorschlag mit den Worten: „Ich hätte da absolut nichts dagegen. Es tut mir und auch anderen nicht weh und wäre nicht mehr als ein Zeichen.“

Viele Nutzer führen die Debatte auch satirisch. Moderator Micky Beisenherz schreibt auf Twitter: „Vorschlag zur Güte: der Text der Nationalhymne wird angepasst  - dafür dürfen Männer weiterhin besser verdienen, okay?

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