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Lohnungleichheit Schwesigs Gesetz hilft nicht

Eine ZDF-Reporterin klagt gegen ungleiche Bezahlung und verliert vor Gericht. Sie steht alleine und muss Drohungen über sich ergehen lassen. Ein Kommentar.

02.02.2017 08:19
Christine Dankbar
Lohnlücke zwischen Männern und Frauen
In der Minderheit: Frauen sind in vielen Berufen nicht nur seltener vertreten, auch was die Vertretung ihrer Arbeitsrechte angeht, sind sie oft schlechter gestellt. Foto: dpa

Ganz selten wagt es eine Frau, gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz vor Gericht zu ziehen. Warum das so ist, zeigt das Beispiel der ZDF-Reporterin Birte Meier. Während der Verhandlungen vor einem Gericht in Berlin musste sie Drohungen und versuchte Einschüchterungen über sich ergehen lassen. Wer sich dies vor Augen führt, wird sich gut überlegen, ob die vage Aussicht auf Gerechtigkeit das Risiko einer Klage wert ist.

Ein neues Gesetz „zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen“ soll da Abhilfe schaffen. Der Entwurf aus dem Ministerium von Frauen-Ministerin Manuela Schwesig (SPD) soll es Betroffenen ermöglichen, ihr Recht leichter zu erstreiten, ist aber entmutigend. Frauen, die in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern arbeiten, sollen künftig ein individuelles Auskunftsrecht darüber haben, was die Kollegen verdienen. Wer in kleineren Betrieben arbeitet, hat also schon mal Pech.

Fraglich ist auch, ob die Auskunft weiterhilft. Gehälter werden in Deutschland nicht offengelegt. Sie werden nur anonym und im Durchschnittswert weitergegeben. Vor Gericht muss die Klägerin aber einen konkreten Fall belegen. Wie soll das mit diesem Gesetz gelingen?

Vor Gericht steht die Klägerin zudem allein, denn auch ein Verbandsklagerecht ist nicht vorgesehen. Da hält sich die Vorfreude auf das neue Gesetz doch sehr in Grenzen.

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