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Sexismus US-Richter prahlt mit seinem Sex-Leben

Bill O’Neill bewirbt sich um die Spitzenkandidatur für die Gouverneurswahl im US-Bundesstaat Ohio. Nun sorgt er mit provokanten Äußerungen für Empörung. Er wolle ein Zeichen „im Namen aller Männer“ setzen.

18.11.2017 13:27

Im Skandal um die Belästigung von Frauen durch Prominente hat ein Gouverneurskandidat in den USA mit provokanten Äußerungen über sein Sex-Leben für Empörung gesorgt. „In den letzten fünfzig Jahren hatte ich sexuelle Beziehungen zu etwa 50 sehr attraktiven Frauen“, schrieb der Richter Bill O’Neill, der sich um die Spitzenkandidatur der Demokraten bei der Wahl 2018 im Bundesstaat Ohio bewirbt, am Freitag (Ortszeit) auf Facebook.

Mit dem Vorstoß wolle er seinen Gegnern die Zeit sparen, sein Leben auszuforschen, schrieb O’Neill. Die jüngste Serie von Enthüllungen über Übergriffe in Politik und Showgeschäft tat er als „landesweiten Rummel über Jahrzehnte zurückliegende sexuelle Indiskretionen“ ab. O’Neill gab vor, mit seinem Bekenntnis „im Namen aller heterosexueller Männer“ zu sprechen.

Kritiker verübelten dem US-Demokraten, der momentan Richter am Obersten Gericht von Ohio ist, vor allem den prahlerischen Unterton seiner Beichte. O’Neill schrieb in seiner Erklärung, seine sexuellen Erfahrungen reichten „von einer großartigen Blonden, die meine erste wahre Liebe war und mit der ich leidenschaftlich Liebe auf dem Heuhaufen in der Scheune ihrer Eltern gemacht habe, bis hin zu einer umwerfenden Rothaarigen aus Cleveland“.

Der Zeitung „Cleveland Plain Dealer“ sagte O’Neill auf Nachfrage, dass er keine Liste seiner sexuellen Eroberungen führe.

Nach der Erklärung von O’Neill hagelte es Kritik von allen Seiten. Die Präsidentin des Obersten Gerichts von Ohio, Maureen O’Connor, äußerte sich entsetzt: Diese „schockierende Geringschätzung gegenüber Frauen“ untergrabe das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Justiz, erklärte sie.

Der Vorsitzende der Demokratischen Partei von Ohio, David Pepper, warf dem Kandidaten vor, die „wichtige Debatte“ über sexuelle Übergriffe zu „trivialisieren“. In dieser Debatte gehe es „nicht um einvernehmliche Begegnungen von Erwachsenen“. Die republikanische Gouverneurskandidatin Mary Taylor kritisierte die Äußerungen als „herablassend“.

O’Neill bewirbt sich bei den Demokraten um die Spitzenkandidatur für die Gouverneurswahl im November 2018. Über die Kandidatur wird kommendes Jahr bei Vorwahlen durch die Basis entschieden. (afp)

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