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Schwedens Außenministerin Margot Wallström Belästigung „auf höchster politischer Ebene“

Die schwedische Außenministerin Margot Wallström berichtet von sexueller Belästigung auf höchster politischer Ebene. Auch eine amerikanische Sportlerin schließt sich der #MeToo-Kampagne an.

19.10.2017 10:20
„Plötzlich habe ich eine Hand auf meinem Schenkel gespürt": Die schwedische Außenministerin Margot Wallström schließt sich der #MeToo-Kampagne an und berichtet von sexueller Belästigung während eines Abendessens mit europäischen Staats- und Regierungschefs. Foto: dpa

Die schwedische Außenministerin Margot Wallström hat sexuelle Gewalt „auf höchster politischer Ebene“ angeprangert. Wallström schrieb am Mittwoch auf ihrer Facebook-Seite, sie selbst sei in ihrem Amt Opfer von sexueller Belästigung geworden. Nähere Angaben machte sie nicht.

Die Ministerin schloss sich zudem der Internet-Kampagne unter dem Stichwort #MeToo („Ich auch“) an, die nach dem Skandal um den unter Vergewaltigungs- und Missbrauchsverdacht stehenden US-Filmproduzenten Harvey Weinstein ins Rollen gekommen war.

Wallström hatte im Jahr 2014 in einem Buch des schwedischen Journalisten Jan Scherman von einem Vorfall während eines Abendessens mit europäischen Staats- und Regierungschefs berichtete. Sie sei bei diesem Essen von ihrem Sitznachbarn begrapscht worden.

„Plötzlich habe ich eine Hand auf meinem Schenkel gespürt. Mein Tischnachbar fing an, mich zu betatschen. Das war völlig irreal“, erzählte sie. Die Außenministerin ließ am Mittwoch in ihrem Facebook-Eintrag offen, ob sie sich sauf diesen Vorfall bezog. Sie wolle nicht „zu persönlich“ werden, schrieb sie. 

Auch die US-amerikanische Olympiasiegerin McKayla Maroney hat sich der #MeToo-Kampagne angeschlossen. Auf Twitter berichtet die Turnerin, sie sei über mehrere Jahre hinweg von ihrem Teamarzt belästigt worden. "Die Menschen sollten wissen, dass das nicht nur in Hollywood passiert. Es passiert überall", schrieb sie.

Angesichts der aktuellen Sexismus-Debatte hat der Missbrauchsbeauftragte Johannes-Wilhelm Rörig die künftige Bundesregierung aufgefordert, „ein neues Kapitel im Kampf gegen sexuelle Gewalt aufzuschlagen“. 

Die überwältigende Resonanz auf die Debatte unter dem Schlagwort #MeToo zeige, wie groß das weltweite Ausmaß sexueller Gewalt gegen Frauen, Kinder und Jugendliche sei, sagte Rörig den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgaben).

„Die Debatte zu sexueller Gewalt kann gar nicht laut genug geführt werden“, sagte der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. Auch in Deutschland würden längst nicht alle Fälle der Polizei gemeldet. Neueste Studien gingen davon aus, dass etwa jede und jeder Siebte in Deutschland sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend erlitten habe. „Dies ist nicht länger hinnehmbar“, sagte Rörig.

Weltweit haben sich Millionen Frauen der Internetaktion gegen Sexismus unter dem Schlagwort #MeToo angeschlossen. Sie berichten auch von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen im Kindesalter. Die Internet-Kampagne wurde durch den Skandal um den unter Vergewaltigungs- und Missbrauchsverdacht stehenden US-Filmproduzenten Harvey Weinstein ins Rollen gebracht. (afp/thh)

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