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Role Models Für starke Töchter

Vorbild sein: Chimamanda Ngozi Adichie hat ihrer Freundin einen Brief geschrieben – mit 15 Ideen für eine feministische Erziehung.

Wie können Mädchen frei von einengenden Rollenvorstellungen zu selbstbestimmten Frauen heranwachsen? Als eine Freundin von Chimamanda Ngozi Adichie Mutter wurde, bat sie die 1977 in Nigeria geborene Schriftstellerin um Rat, wie sie ihre Tochter feministisch erziehen könne. Immerhin hatte Adichie sich sowohl indirekt über ihre Literatur als Feministin positioniert als auch in ihrem Essay „We should all be feminists“. Darin schreibt sie, der erste Schritt zu einer faireren Welt sei es, Söhne und Töchter anders zu erziehen. Was das in der Praxis bedeutet, hat die Autorin ihrer Freundin in einem Brief geschrieben, der nun unter dem Titel „Liebe Ijeawele ... Wie unsere Töchter selbstbestimmte Frauen werden“ auf Deutsch erscheint.

Es ist ein schmales, schnell zu lesendes Buch – ein Brief eben, der sich durch seine direkte Ansprache auszeichnet, seinen empathisch-zugewandten Ton. Sie könne keine in Stein gemeißelten Regeln anbieten, schreibt Adichie. Dennoch versucht sie sich an 15 Vorschlägen, die sie mit Beispielen aus ihrem Leben und dem ihrer Freundin illustriert. So ermuntert sie Ijeawele: „Sei eine vollständige Person“ – ihre Tochter werde davon profitieren, wenn sie sich nicht nur über ihre Mutterrolle definiere – und betont: „tut es gemeinsam“, denn „ein Vater ist genauso ein Akteur wie eine Mutter“. Sie empfiehlt ihrer Freundin, mit ihrer Tochter früh über Sex zu sprechen und über Liebe; dass sie das Mädchen nicht dazu anhalten solle, gefallen zu wollen, und dass Geschlechterrollen Blödsinn seien – „,Weil du ein Mädchen bist‘ ist nie ein Grund für irgendetwas. Nie.“

Ohne das Rad des Empowerment neu zu erfinden, gelingt es Adichie, alltagstaugliche Tipps zu geben, die ohne theoretischen Ballast auskommen – aber klar Haltung beziehen. Etwa wenn Adichie einen „Feminismus light“ als Gefahr geißelt oder wenn sie von männlichen Privilegien, von weiblicher Scham, von sexueller Gewalt schreibt. Wie schwer sich von außen erteilte Ratschläge auf die komplexe Realität der Kindererziehung anwenden lassen, wisse sie, seit sie selbst Mutter einer Tochter sei, ergänzt Adichie im Vorwort. Ihr ist zugutezuhalten, dass ihre Ratschläge wohldurchdacht daherkommen. Und dass sie fest vor hat, sich selbst daran zu halten.

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