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#MeToo Mehr Schaden als Nutzen

Catherine Deneuve und ihre Mitstreiterinnen wollen die sexuelle Freizügigkeit vor dem Zugriff von Moralaposteln bewahren. Warum sie der Sache der Frauen dennoch geschadet haben.

Catherine Deneuve
Catherine Deneuve. Foto: afp

Man kann sich gut hineinversetzen in die Schauspielerin Catherine Deneuve, die Schriftstellerin Peggy Sastre, die Psychoanalytikerin Sarah Chiche und die anderen Kritikerinnen der #Metoo-Bewegung. Selbstbewusste, erfolgreiche Frauen sind sie, die männlichem Machtanspruch entgegenzutreten wissen. Sie, die sich den schönen Künsten verpflichtet wissen, wollen diese und die sexuelle Freizügigkeit schlechthin vor dem Zugriff von Moralaposteln und Zensoren bewahren.

Und es fehlt ja auch nicht an Sittenwächtern, die den kollektiven Aufschrei sexuell bedrängter, wenn nicht genötigter Frauen als Aufruf zur Prüderie deuten. Deneuve und ihre Mitstreiterinnen haben nur eines übersehen: Die Mehrheit der Frauen steht weniger selbstbewusst, weniger erfolgreich im Leben als sie. Eine vom Chef bedrängte, um ihren Job bangende Sekretärin will sich selbst retten, ihr Würde bewahren, nicht die von Moralisten attackierte sexuelle Freizügigkeit.

Der Ruf nach Freiheit (des Mannes) zur Belästigung kann ihr nur zynisch in den Ohren klingen. Mit ihrem Zwischenruf haben Deneuve und Co. der Sache der Frauen mehr geschadet als genützt.

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