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Feminismus „Ich bin gerne Hausfrau“

Bloggerin Ami Winter spricht im FR-Interview über ihr Lebensmodell.

Frau Winter, Sie sind 29 Jahre alt und haben sich für ein Leben als Hausfrau entschieden. Wie kam das?
Geplant war es anders: Ein Jahr Elternzeit und dann wieder zurück in den Job. Doch mir wurde schnell bewusst, was ich verpassen würde, wenn wir die Kinder so früh schon betreuen lassen. Irgendwann kam die Erkenntnis, dass ich daheim bleibe. Das war keine Entscheidung mangels beruflicher Perspektive – vor der ersten Schwangerschaft hatte ich eine gut bezahlte Führungsposition. Sondern aus Überzeugung.

Haben Sie Angst um Ihre Rente?
Es wäre gelogen zu sagen, ich verschwende keinen Gedanken daran. Angst wäre das falsche Wort, aber Gedanken mache ich mir schon dazu. Wir haben das Glück, privat vorsorgen zu können, das entkräftet die Sorgen enorm.

Worüber freuen Sie sich, wenn Sie abends auf der Couch sitzen?
Mein Tagwerk, das sind zwei kleine zufriedene Kinder, die einen schönen Tag hatten, ein ordentliches Haus und ein zufriedener Mann. Meine Entlohnung ist nicht Geld wie in einem Job, sondern eine glückliche Familie.

Was bedeutet Gleichstellung für Sie?
Eine echte Wahl zu haben als Frau. Eine Frau sollte trotz Kindern die Chance haben, Karriere zu machen, umgekehrt aber auch, sich für ein Leben als Hausfrau zu entscheiden. Ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.

Ist Ihre Mutter berufstätig? Was sagt sie zu Ihrer Entscheidung?
Meine Mutter ist wieder Vollzeit berufstätig. Bis mein Bruder und ich die Schule beendet hatten, war sie Hausfrau. Das Gefühl, heim zu kommen und die Gewissheit, meine Mutter ist da und umsorgt mich und hilft mir bei den Hausaufgaben – das  hat mich sehr geprägt. Das möchte ich auch für meine Kinder. Meine Mutter steht da voll hinter mir.

Interview: Anne Lemhöfer

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