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Gedenktag für Opfer von Flucht und Vertreibung Gauck erinnert Deutsche an ihre Geschichte

Bundespräsident Joachim Gauck erinnert am Gedenktag von Flucht und Vertreibung an Millionen nach 1945 integrierter Deutscher.

21.06.2015 17:15
Bei ersten Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung in Berlin am Samstag hat Bundespräsident Gauck die Deutschen an ihre eigene Flüchtlingsgeschichte erinnert. Foto: dpa

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Deutschen nach den Erfahrungen mit Flucht und Vertreibung im Zweiten Weltkrieg zu mehr Offenheit für die Flüchtlinge von heute aufgerufen. „Ich wünschte, die Erinnerung an die geflüchteten und vertriebenen Menschen von damals könnte unser Verständnis für geflüchtete und vertriebene Menschen von heute vertiefen“, sagte Gauck am Samstag in Berlin beim ersten deutschen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung. Die „Schicksale von damals und die Schicksale von heute“ gehörten „auf eine ganz existenzielle Weise“ zusammen, so Gauck. „Vor 70 Jahren hat ein armes und zerstörtes Deutschland Millionen Flüchtlinge zu integrieren vermocht. Denken wir heute nicht zu klein von uns.“

Gauck mahnte, es sollte eine selbstverständliche moralische Pflicht aller Staaten Europas sein, Flüchtlinge vor dem Tod im Mittelmeer zu retten und Menschen Zuflucht zu gewähren.

Der Papst sagte bei einer Rede in Turin – der deutsche Gedenktag ist zeitgleich mit dem Weltflüchtlingstag 20. Juni –, Migranten dürften nicht „wie Ware behandelt werden“. Die Bilder von Bootsflüchtlingen, die sich auf die gefährliche Reise über das Mittelmeer nach Europa begeben, „treiben einem Tränen in die Augen“, sagte Franziskus. Durch die Einwanderer verschärfe sich zwar der Wettbewerb um Arbeitsplätze, aber die Flüchtlinge dürften dafür nicht verantwortlich gemacht werden, denn sie seien selbst Opfer „von Ungerechtigkeit, einer Wegwerf-Wirtschaft und von Krieg“.

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Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer (SPD), forderte mehr Aufmerksamkeit auch für Missstände in Regionen, die als „vergessene Krisen“ bezeichnet würden. Als Beispiele nannte er Afghanistan, Somalia, den Sudan, den Südsudan, die Demokratische Republik Kongo und Birma.

Pro Asyl forderte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier auf, heute bei Beratungen mit seinen EU-Kollegen Pläne für einen Militäreinsatz gegen Schlepper zu stoppen. Europa rutsche „sehenden Auges“ in ein „gefährliches militärisches Abenteuer“, kritisierte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt. (afp)

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