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Gastbeitrag Leben in der Warteschleife

In 2013 haben etwa 110 000 Menschen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen Antrag auf Asyl gestellt. Die deutsche Politik macht es Flüchtlingen aber enorm schwer, selbstbestimmt zu leben.

06.04.2014 14:36
Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg
Italienische Schiffe haben kürzlich innerhalb von 48 Stunden mehr als 2100 Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Tod gerettet.

Manchen Tageszeitungen war es immerhin eine kleine Meldung wert: Italienische Schiffe haben kürzlich innerhalb von 48 Stunden mehr als 2100 Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Tod gerettet. Auch die Zahlen für Deutschland sprechen eine klare Sprache: Etwa 110.000 Menschen haben im vergangenen Jahr beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen Antrag auf Asyl gestellt. Im Jahr zuvor waren es knapp 78.000, also rund 30 Prozent weniger. Deutschland ist damit zwar immer noch weit von den Asylbewerberzahlen Anfang der 90er Jahre entfernt. Doch europaweit werden in der Bundesrepublik derzeit nach Angaben der Vereinten Nationen die meisten Asylanträge gestellt. Schon allein das zeigt, dass in der Asylpolitik etwas geschehen muss.

Das fängt schon damit an, dass die Dauer der Asylverfahren in Deutschland oft viel zu lang ist. So müssen Flüchtlinge aus Afghanistan, Pakistan, dem Irak und Somalia bis zu eineinhalb Jahren auf einen Erstbescheid warten. Dabei lag nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge die Anerkennungsquote bei diesen Staatsangehörigen im vergangenen Jahr immerhin bei über 50 Prozent.

Jeder Einzelfall muss geprüft werden

Es kann mitunter Jahre dauern, bis über den Asylantrag abschließend entschieden ist. Jahre, in denen nichts passiert: kein Bescheid, in manchen Fällen nicht einmal eine Anhörung, die am Anfang jedes Asylverfahrens steht. Dieser Zustand ist nicht akzeptabel, denn er erhöht das Leid der Betroffenen in der „Warteschleife“, die sich in permanenter Unsicherheit über den Ausgang ihres Asylverfahrens befinden.

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