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G20 Schüsse in der Schanze

Zweimal gaben Polizisten am Wochenende Warnschüsse ab - die Darstellung der Gründe für einen Einsatz am Freitag variieren.

Am Freitagabend gibt ein Hamburger Polizist im Schanzenviertel einen Schuss ab. Der Mann trägt keine Uniform, sondern kurze Hosen und eine schwarze Kappe. Noch am Abend vermeldet die Polizei auf Twitter: „Die Situation hatte offensichtlich nichts mit G 20 zu tun“, es habe sich um einen Warnschuss gehandelt. Ein Sprecher bestätigt kurz darauf der Frankfurter Rundschau, es gebe „keinen Bezug zu den Protesten“, der Zivilpolizist habe einen Straßenraub beobachtet und eingegriffen, um dem Betroffenen zu helfen. Einem Bericht von „Spiegel“ und Spiegel TV vom Samstag zufolge trifft das aber nicht zu.

„Videos, Augenzeugen, aber auch der Betroffene selbst erzählen eine etwas andere Geschichte, in der nicht vollständig klar erscheint, ob der Beamte wirklich zur Waffe greifen musste“, heißt es dort. Demnach sei der Betroffene nicht Opfer eines Überfalls gewesen, sondern von mutmaßlich Autonomen bedrängt worden, weil er sie dabei filmte, wie sie sich vermummten. So schilderte es der 40-Jährige dem „Spiegel“.

Ein Handyvideo, das schon am Freitagabend auf Twitter kursierte, zeigt, wie der Mann geschubst wird und auf die Straße stürzt, dann ist der Schuss zu hören, der wohl die mutmaßlich Autonomen abschrecken sollte. Es ist zu sehen, wie der Polizist mit der Pistole in der Hand den gestürzten Mann wegbringt. Dem „Spiegel“ sagte der Betroffene später, der Polizist habe ihn später gefragt, zu welcher Einheit er gehöre und offenbar geglaubt, auch er sei ein Beamter in Zivil.

„Den G 20-Zusammenhang können wir weder bestätigen noch dementieren“, sagte ein Sprecher auf Anfrage der FR zu dem Bericht am Sonntag. Die Ermittlungen dauerten noch an.

Es ist jedenfalls nicht das einzige Mal, dass ein Polizist in Zivil am Wochenende von seiner Schusswaffe Gebrauch machte. Die Hamburger Polizei teilte mit, zwei Beamte hätten in der Nacht zum Sonntag gegen Mitternacht einen Mann beobachtet, der unter der Sternbrücke in der Schanze Müll entzündete. Sie hätten ihn vorläufig festnehmen wollen, sich als Polizisten zu erkennen gegeben und ihn zum Stehenbleiben aufgefordert. Während seiner Flucht habe sich der Mann mehrfach umgedreht. Als er in seinen Beutel griff, habe einer der Polizisten einen Warnschuss in die Luft abgegeben. Der Mann konnte unerkannt entkommen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier G20 in Hamburg

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