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Fußball-WM 2018 EU erwägt WM-Boycott

Die Europäische Kommission erwägt bei der Suche nach neuen Sanktionen gegen Russland einen Boykott der Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland sowie der Formel 1. Letztere gastiert Mitte Oktober erstmals im russischen Sotschi.

03.09.2014 15:45
Fifa-Präsident Josef Blatter (links) und Russlands Präsident Vladimir Putin. Foto: dpa

Bei der Suche nach möglichen neuen Strafmaßnahmen gegen Russland im Ukraine-Konflikt schließt die Europäische Kommission offenbar langfristig auch einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland nicht aus. Wie am Mittwoch von einem EU-Vertreter in Brüssel zu erfahren war, nennt ein internes Arbeitspapier als Sanktionsmöglichkeit unter anderem den Ausschluss Russlands von sportlichen Großveranstaltungen und den Boykott der Fußball-WM. Bei diesem Vorschlag handele es sich aber eher um eine Idee "für später, nicht für jetzt", sagte der EU-Vertreter.

Die Europäische Union will bis Freitag über mögliche neue Sanktionen gegen Russland entscheiden. Am Mittwoch sollte die EU-Kommission ein mögliches Maßnahmenpaket vorlegen, das die EU-Staaten diskutieren wollten. Ein möglicher Ausschluss Russlands von "kulturellen, wirtschaftlichen oder sportlichen Großereignissen" könnte von den sieben führenden Industriestaaten (G-7) koordiniert werden, zitierte die "Financial Times" aus dem Arbeitspapier.

Formel 1 explizit erwähnt

In Berlin sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch, die Fußball-WM in vier Jahren sei "nichts, was wir jetzt schon besprechen müssen". Sanktionen gegen Russland seien aber notwendig. Die Idee, die Fußball-WM in Russland zu boykottieren, hatten in den vergangenen Wochen schon mehrere deutsche und britische Politiker geäußert.

Der "Financial Times" zufolge erwähnen die Autoren des EU-Arbeitspapiers neben Fußball als Sanktionsmöglichkeit auch explizit die Formel 1. Die höchste Klasse des Motorsports gastiert Mitte Oktober erstmals im russischen Sotschi, dem Schauplatz der vergangenen Winterolympiade am Schwarzen Meer. Dort wurde extra eine Rennstrecke errichtet. Im kommenden Jahr sollen in Russland zudem die Schwimm-Weltmeisterschaften stattfinden. (afp)

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Ukraine
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