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Friedrich Minister empört Muslime

Umstrittene Äußerung zum Amtsbeginn: Die Vorsitzende des liberal-islamischen Bundes hält die Äußerung des neuen Innnenministers Hans-Peter Friedrich, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, für "gefährlich".

04.03.2011 19:25
Steffen Hebestreit und Olivia Schoeller
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat sich anscheinend im Ton vergriffen. Foto: dapd

. Eine „Ohrfeige ins Gesicht der Muslime“ nannte die Vorsitzende des liberal-islamischen Bundes, Lamya Kaddor, die Äußerung des neuen Innenministers Hans-Peter Friedrich (CSU), dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. „So eine Aussage ist nicht nur politisch und geschichtlich falsch“, sagte sie der FR, „ich halte sie für gefährlich.“ Damit würden alle Fortschritte in der Islamdebatte der vergangenen Jahre negiert und die Dialogbereitschaft vieler Muslime geschwächt.

Kaddor kritisierte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür, das Innenministerium einem Mann übertragen zu haben, von dem sie wisse, dass er in Integrationsfragen rückständig denke. Der Vorsitzende des Islamrates, Ali Kizilkaya, forderte ein klärendes Wort von der Kanzlerin. Die Muslime müssten wissen, ob ihre Religion zu Deutschland gehöre.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) erklärte: „Der Islam gehört selbstverständlich zu Deutschland.“ Sie gehe davon aus, dass Friedrich wie sein Vorgänger Thomas de Maizière die Verantwortung für die Integration in seinem Ressort wahrnehmen und sich für den Zusammenhalt und nicht für die Ausgrenzung einsetzen wolle.

Regierungssprecher Steffen Seibert stellte klar, dass der neue Minister „in der Tradition der Politik dieser Bundesregierung“ stehe. Einen fundamentalen Widerspruch zwischen der Aussage des Ministers, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, und der Einlassung von Bundespräsident Christian Wulff, der Islam gehöre dazu, wollte er nicht erkennen.

Der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl sagte der Mitteldeutschen Zeitung hingegen: „Wenn der Islam zu Deutschland gehören würde, bräuchten wir keine Islamkonferenz.“ Das Bundesinnenministerium erklärte, Friedrich wolle die Islamkonferenz fortführen.

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