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#FreePress US-Zeitungen verbünden sich gegen Trump

Medien als „Feinde des amerikanischen Volkes“ dargestellt: Hunderte Zeitungen wehren sich gemeinsam gegen die rüden Attacken, Beschimpfungen und Unterstellungen des US-Präsidenten.

16.08.2018 08:28
US-Zeitungen
US-Zeitungen wie der „Boston Globe“ wehren sich gegen die Angriffe von Donald Trump. Foto: afp

Mehr als 200 Zeitungen aus den ganzen USA wehren sich in Leitartikeln gegen die Attacken und Beschimpfungen von Präsident Donald Trump. In ihren am Donnerstag und teils bereits am Mittwoch veröffentlichten Beiträgen beziehen sie Position gegen die Anschuldigung Trumps, „Fake News“ zu verbreiten. „Der schmutzige Krieg gegen die freie Presse muss aufhören“, forderte die Zeitung „Boston Globe“, die zu der ungewöhnlichen Aktion aufgerufen hatte. Nach Angaben des „Globe“ beteiligten sich bislang insgesamt etwa 350 Medien an der Aktion, darunter auch große Blätter wie „New York Times“.  

Freie Medien durch staatlich kontrollierte zu ersetzen, sei stets eine der ersten Ziele eines korrupten Regimes bei der Machtübernahme in einem Land, schrieb der „Globe“. Trump verbreite unter anderem die Lüge, dass Medien, die seine Regierungspolitik nicht unterstützen, „Feinde des Volkes seien“. Dieser unerbittliche Angriff auf die freie Presse habe gefährliche Folgen, schrieb das Blatt.

„Wir sind nicht der Feind des Volkes. Wir sind das Volk. Wir sind nicht Fake News. Wir sind Ihre Nachrichten und wir arbeiten Tag und Nacht hart, damit wir die Fakten richtig berichten“, schrieb etwa die „Syracuse New Times“ aus dem Bundesstaat New York.

Trump macht Stimmung gegen Reporter 

Trump hatten in den vergangenen Wochen seine Attacken auf die Medien verschärft, die falsche Nachrichten veröffentlichen und seine Erfolge herunterspielen würden. Die Medien seien unpatriotisch und „Feinde des amerikanischen Volkes“. Der Verleger der „New York Times“, Sulzberger, hatte sich im Juli mit dem Präsidenten getroffen, um Trump zu warnen, dass seine Wortwahl „zunehmend gefährlich“ sei. Die „Times“ habe bewaffnete Sicherheitsleute eingestellt.

Die „Chicago Sun Times“ vermerkte, Politiker in Schwierigkeiten schlügen immer auf die Medien ein. Trump habe bei Kundgebungen geradezu zur Gewalt gegen Reporter angespornt.

Einige Medienhäuser zeigten sich jedoch auch kritisch. Das konservative „Wall Street Journal“ etwa warnte in einem Kommentar in den Tagen vor Veröffentlichung der Leitartikel, dass eben eine solche abgestimmte Aktion nicht den Eindruck von Unabhängigkeit der Redaktionen erwecke. (Reuters/epd) 

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