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Flüchtlinge Venezolaner zieht es nach Spanien

Fast hunderttausend Flüchtlinge aus dem lateinamerikanischen Krisenstaat leben inzwischen am Mittelmeer. Die Zuzugszahlen steigen weiter.

Eines der Ziele der Venezolaner auf der Flucht vor Unsicherheit, Armut und politischer Verfolgung in ihrem Heimatland ist das 7000 Kilometer entfernte Spanien auf der anderen Seite des Atlantiks. Seit 2016 führt Venezuela die Liste der Herkunftsländer von Asylbewerbern in Spanien an. In jenem Jahr stellten knapp 4200 Venezolaner einen Asylantrag in Spanien, im Jahr darauf waren es bereits 10 350. Und es werden weiter mehr: Im laufenden Jahr stieg die Zahl der Anträge bis Mitte August auf knapp 13 000, das sind fast 40 Prozent aller in dieser Zeit gestellten Asylanträge.

Spanien ist für Südamerikaner seit längerem ein beliebtes Emigrationsziel. Die Zahl der legal in Spanien lebenden Südamerikaner vervielfachte sich von knapp 100 000 im Jahr 1999 auf knapp 1,6 Millionen zehn Jahre später – seitdem hat sie sich allerdings in Folge der schweren Wirtschaftskrise wieder halbiert. Unter den Südamerikanern in Spanien nahmen die Venezolaner lange Zeit keine herausragende Stellung ein. Doch von Anfang 2015 bis Anfang dieses Jahres hat sich ihre Zahl auf gut 95 000 beinahe verdoppelt. Viele weitere leben mutmaßlich ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung im Land.

Die Verbindungen zwischen Spanien und seiner ehemaligen Kolonie Venezuela sind über die Jahrhunderte eng geblieben. Auf den Kanaren spricht man von Venezuela als „achter Insel“, weil so viele Einwohner der Kanaren dorthin emigrierten. Jetzt kommen die Venezolaner, „so wie wir Spanier es umgekehrt unter ähnlichen Umständen in anderen Zeiten gemacht haben“, sagte die spanische UNHCR-Sprecherin María Jesús Vega dieser Tage ein einem Radiointerview.

Brasilien verteilt Flüchtlinge

Unterdessen will Brasiliens Regierung als Konsequenz aus fremdenfeindlichen Angriffen auf venezolanische Flüchtlinge mehr als 1000 Migranten von der Grenze weg in andere Landesteile bringen. Die Venezolaner sollten vor allem im wirtschaftlich starken Süden in den Bundesstaaten Rio de Janeiro, São Paulo und Minas Gerais untergebracht werden, hieß es am Mittwoch. „Wir werden sie in den Arbeitsmarkt integrieren“, sagte Regierungssprecherin Viviane Esse. mit dpa

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Venezuela

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