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Flüchtlinge Flüchtling in Dresden erstochen

In Dresden wird ein 20-jähriger Flüchtling aus Eritrea ermordet. Nachdem die Polizei zunächst keine Anhaltspunkte für ein "Fremdverschulden" sieht, hat nun die Dresdner Mordkommission die Ermittlungen aufgenommen.

Die Polizei steht am Tatort in Dresden. Foto: dpa

Zuerst hatte es geheißen: Die Dresdner Polizei sieht keine „Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden“. Das war am Dienstagmorgen, als der 20-jährige Flüchtling Khalid Idress tot im Hof eines Plattenbaus im Stadtteil Leubnitz-Neuostra von einem Anwohner gefunden worden war.

Am Mittwoch, nachdem über den Onlinedienst Twitter verbreitet wurde, der Tote sei „blutüberströmt“ da gelegen, teilte Dresdens Polizeipräsident Dieter Kroll mit: „Aus den äußeren Merkmalen der Leiche ist nicht abzuleiten, was passiert ist. Es besteht ein Anfangsverdacht auf einen unnatürlichen Tod. Die Mordkommission ermittelt.“

Am Abend teilte die Dresdner Staatsanwaltschaft dann mit, der tot aufgefundene Asylbewerber sei erstochen worden. Die Obduktion habe ergeben, dass der 20-Jährige durch mehrere Messerstiche in den Hals- und Brustbereich getötet wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Totschlags.

Mehrere Messerstiche

Die Dresdner Mordkommission wurde auf 25 Beamte aufgestockt. Die Ermittlungen konzentrierten sich, so Oberstaatsanwalt Lorenz Hase, auf Befragungen der Mitbewohner des Mannes. Kriminaltechniker hätten die Spurensuche in der Wohnung, am Fundort sowie im Umfeld aufgenommen. Dabei würden auch Spürhunde eingesetzt, um das Bewegungsbild des Mannes rekonstruieren zu können. Außerdem würden Videoaufnahmen aus Bussen und Straßenbahnen ausgewertet. Eine mögliche Tatwaffe sei bisher nicht gefunden worden.

Der junge Mann war Asylbewerber aus Eritrea. Er lebte seit einigen Wochen im zweiten Stock des Sechsgeschossers zusammen mit sieben weiteren Flüchtlingen in einer von der Stadt zugewiesenen Wohnung in der Johannes-Paul-Thilman-Straße.

Freunde, so die Dresdner Morgenpost, hätten ihn am Montagabend gegen 20 Uhr zum letzten Mal gesehen. „Er wollte noch zu Netto zum Einkaufen“, sagte einer der Mitbewohner. Aber er sei nicht heimgekehrt. Am nächsten Morgen gegen 7.40 Uhr fand ein Nachbar die Leiche des jungen Mannes im Innenhof des Wohnblocks. Die Leichenstarre war bereits eingetreten.

Die Polizei habe danach den Freunden des Toten die Nachricht überbracht, woraufhin die jungen Leute in den Hof liefen, um nachzusehen: „Wir sahen nur das Blut an seinem Hals und der Schulter, es sah schlimm aus“, wird ein Mitbewohner zitiert.

Die Freunde von Khalid Idress sind fassungslos. Ein Mitbewohner: „Khalid war ein wunderbarer Mensch, hatte viele Ziele, wollte Deutsch lernen, arbeiten und in Frieden leben. Warum musste er nur so sterben?“


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