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Vereinte Nationen UN prangern Sklaverei in Libyen an

Die Vereinten Nationen fordern die Regierung von Libyen auf, entschiedener gegen die Versklavung von Flüchtlingen vorzugehen.

21.11.2017 14:33
Libysche Behörden sperren Migranten ein, die in dem nordafrikanischen Land oder auf hoher See abgefangen werden. Foto: rtr

Die Vereinten Nationen haben von der international anerkannten Regierung Libyens verlangt, mit Entschiedenheit gegen die Sklavenhaltung in dem Land vorzugehen. Der Missbrauch von Afrikanern aus dem Süden des Kontinents als Sklaven sei entsetzlich, betonte der Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration, William Swing, am Dienstag in Genf.

Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres die Sklavenmärkte mit Migranten scharf verurteilt. Auch das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte sprach von abscheulichen Praktiken, die sofort gestoppt werden müssten. IOM-Chef Swing führte aus, dass viele Opfer der Sklavenhaltung zuvor in Libyens sogenannten Haftzentren festgehalten worden seien.

Libysche Behörden sperren in diesen Zentren Migranten ein, die in dem nordafrikanischen Land oder auf hoher See abgefangen werden. In den Lagern herrschen laut den UN grausame Bedingungen. Der IOM-Chef verlangte von der Regierung Libyens die Entkriminalisierung aller Migranten und die Schließung der Haftzentren.

Anstelle der Haftzentren müssten offene Empfangszentren errichtet werden, die Migranten frei verlassen könnten. Die IOM würde bei dem Projekt helfen. Swing forderte zudem einen entschlossenen Kampf gegen Menschenschlepper. Die Schleuser beteiligten sich am Sklavenhandel.

Die IOM hatte bereits im April die Sklavenhaltung von Migranten in Libyen angeprangert. Der US-amerikanische Sender CNN berichtete vor wenigen Tagen über den Verkauf von Sklaven für einige Hundert US-Dollar auf Märkten. Laut CNN versprach Libyens Regierung eine Untersuchung.

In diesem Jahr erreichten IOM-Angaben zufolge mehr als 160.000 Migranten über das Mittelmeer Europa. Die meisten von ihnen stammten aus den Ländern Afrikas südlich der Sahara und bestiegen in Libyen kaum seetaugliche Schlepperboote. Weitere Hunderttausende Migranten warten laut Schätzungen von UN-Mitarbeitern in Libyen auf die Überfahrt nach Europa. Knapp 3.000 Migranten starben seit Januar laut der IOM auf der gefährlichen Passage. (epd) 

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