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Spanien/Marokko Hunderte Migranten stürmen Grenzzaun von Ceuta

Mehrere hundert Flüchtende überwinden die sechs Meter hohen Grenzzäune zur spanischen Nordafrika-Exklave - mit Gewalt, wie spanische Medien unter Berufung auf die Polizei berichten.

26.07.2018 13:57
Ceuta
26. Juli 2018: Flüchtende klettern über einen Zaun, um in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen. Foto: rtr

Hunderte Flüchtlinge sind am Donnerstag in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt. Die Migranten hätten am frühen Morgen die gut sechs Meter hohen doppelten Grenzzäune überwinden können, berichteten spanische Medien übereinstimmend unter Berufung auf die Polizei. Dabei hätten sie die Beamten unter anderem mit selbstgebauten Flammenwerfern
und mit Branntkalk, der beim Kontakt mit der Haut gefährliche Verätzungen verursache, attackiert.

Die spanische und die marokkanische Polizei hätten über eine Stunde lang versucht, die Aktion zu unterbinden, berichtete die spanische Tageszeitung „El País“ in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf die spanische Polizei. Das Rote Kreuz habe 132 Migranten und 22 Polizisten behandelt.

Dem Bericht zufolge hatten die Flüchtlinge mit Bolzenschneidern die Grenzzäune aufgeschnitten und die Beamten erstmals bei solch einer Erstürmung des Zaunes mit selbst gebauten Flammenwerfern und Branntkalk angegriffen.

Push-Back-Abschiebungen

Die Flüchtlinge hätten sich nach dem Grenzübertritt zum Aufnahmelager in der Stadt begeben. Dem Bericht zufolge nahm die spanische Polizei bei der Aktion aber auch mehrere Migranten noch am Fuße des Zauns fest und schickte sie nach Marokko zurück. Solche sogenannten Push-Back-Abschiebungen sollte es laut einer Ankündigung der spanischen Regierung eigentlich nicht mehr geben, weil dabei nicht geprüft werden kann, ob es sich um Kriegsflüchtlinge mit einem Asylanspruch handelt.

Die Grenze Ceutas zu Marokko ist 8,4 Kilometer lang und mit einem doppelten und mehr als sechs Meter hohen Zaun gesichert. Der spanische Innenminister Fernand Grande-Marlaska hatte nach seiner Ernennung im Juni angekündigt, dass er den rasiermesserscharfen Stacheldraht an den Zäunen entfernen wolle. (afp/dpa)

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